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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 162

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 162 (sequence 165)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--7970-3484119
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i6z 5. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte unseren arabischen Nachbarn sowohl auf dem Gebiet der Wirtschaft und der Kultur, als auch auf dem Gebiet der Politik zu einer unabweisbaren Forderung. Wir sind für konstitutionelle Änderungen der palästinensischen Verwaltung in der Richtung auf stärkere Heranziehung der Einwohner des Landes zur Regierung. Wir negieren und lehnen absolut den Legislative Council ab, wie er in dem Weißbuch vorgeschlagen wird. Wir erklären vor der öffentlichen Meinung der Welt, vor der Arbeiterbewegung und vor dem arabischen Volke, daß wir uns nicht mit der Herrschaft einer nationalen Gruppe über die andere, weder jetzt noch in der Zukunft, abfinden werden. Wir akzeptieren auch nicht die Losung des Judenstaates, die letzten Endes eine Herrschaft der Juden über die arabischen Landesbewohner meint. Wir können auch nicht die Parole eines binationalen Staates nach dem Muster der Schweiz und Kanadas gutheißen, da ein solcher Staat nur die nationalen Gruppen kennt, die schon im Lande wohnen. Das politische Problem Palästinas ist ein besonderes, völlig einzigartiges. In Bezug auf Palästina haben nicht nur — nach der Analogie Kanadas und der Schweiz — diejenigen Einwohner, die sich bereits im Lande befinden, Araber und Juden, Rechte; der Schwerpunkt des palästinensischen Problems sowohl in ökonomischer als auch in politischer Hinsicht liegt in dem Rechte des jüdischen Volkes, das in der ganzen Welt zerstreut ist, in sein Land zurückzukehren, sich dort anzusiedeln und seine wirtschaftliche^ kulturelle und staatliche Erneuerung zu ermöglichen, wie ein freies, selbständiges Volk, in gleichem Maße, wie alle anderen freien Nationen. Die Rechte, die wir in Bezug auf Erez Israel haben, stehen nicht nur den Juden zu, die bereits im Lande wohnen, sondern dem gesamten jüdischen Volke. Der Legislative Council, der in dem Weißbuch vorgeschlagen wird, ist auf dem Status quo im Lande aufgebaut und ist geeignet, diesen Status quo zu kristallisieren. Theoretisch bedeutet das die Errichtung eines arabischen Staates, praktisch bedeutet es die Verhinderung der Entwicklung des Landes und die Verhinderung der Einwanderung von Juden und deren Kolonisation. Wir negieren die Herrschaft der bestehenden Majorität im Lande über die Minorität, die nur einen kleinen Kern und Vortrupp der jüdischen Nation bildet, die ins Land zurückkehrt. Wir lassen uns aber nicht von der Hottentottenmoral bestimmen, die dem andern verbietet, was man sich selbst gestattet. So wie wir die Herrschaft der Araber über uns ablehnen, so negieren wir unsere Herrschaft über die Araber, auch dann, wenn sich infolge der dynamischen Entwicklung, die mit der jüdischen Einwanderung zusammenhängt, die Kräfteverhältnisse im Lande zu unseren Gunsten ändern werden. Wir lehnen die Stellungnahme ab, die besagt, daß, so lange wir eine Minorität im Lande sind, der britische High Commissioner im Lande die absolute Herrschaft haben soll, damit die Majorität nicht über uns herrscht, daß aber, sobald wir zur Majorität werden, die Herrschaft der Majorität übergeben werden soll. Wir sehen eine politische Gefahr in der Stellungnahme, die die Erlösungs- und Befreiungsbewegung des jüdischen Volkes als ein Streben nach Herrschaft darstellt, die sich auf eine imperialistische Macht stützt und die Rechte der Einwohner, die so wie wir Bürger des Landes sind, mißachtet. Wir halten eine Änderung der Landesverwaltung in der Richtung für notwendig, daß beide nationalen Gruppen, die Juden und die Araber, ob sie nun Majorität oder Minorität sind, gleichen, paritätischen Anteil an der Herrschaft des Landes zusammen mit der Mandatsregierung haben sollen.

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