Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 164)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ben Gurion 161 antwortlichen Parteien in England — nicht nur die Arbeiterpartei, sondern auch verschiedene Tories und geschworene Imperialisten wie Baldwin, Chamberlain, Lloyd George und der gewesene Vizekönig von Indien, Lord Reading — verstehen, daß das große Imperium mit den Vertretern Indiens verhandeln mußte. Und unsere kleinen Churchills glauben, daß wir von der Existenz unserer Nachbarn gar nicht Kenntnis zu nehmen brauchen und uns auf die Macht Englands allein stützen können. Und dies sind gerade diejenigen Politiker, die den Namen Englands unter den jüdischen Massen herabsetzen und sich der englischen Öffentlichkeit offen feindlich gegenüberstellen. Gerade die Delegierten der Partei des „leichten" Zionismus, die in der Assefath Haniwcharim so sehr gegen jede Verhandlung mit den Arabern gewütet haben, haben in jener Versammlung auch erklärt, daß nicht nur die gegenwärtige Beamtenschaft im Lande, sondern daß alle Regierungen, die es in England gab, von den Konservativen bis zu der Arbeiterregierung, absichtlich Pogrome gegen die Juden in Palästina veranstaltet haben. Und zugleich wollen sie, daß England für immer und ewig allein zwischen uns und unseren Nachbarn dasteht — dieses England, das sich selbst bemüht, zu einem Ubereinkommen mit Indien zu kommen, das ihm unterworfen ist! Die moralische und politische Hilfe der europäischen und insbesondere der britischen Demokratie ist für uns notwendig. Und wir müssen die schwere und leidige Arbeit der Aufklärung über die Gerechtigkeit unserer Bestrebungen und unseres "Werkes im Lande wie vorher und mit noch größerem Nachdruck fortsetzen. "Wir sehen daher eine große politische Gefahr in jener Richtung im Zionismus, die unser zionistisches Bestreben im Verhältnis zu dem arabischen Volke in ein falsches und irreführendes Licht stellt. Die Erziehung, die von der Partei des „leichten" Zionismus unserer Jugend erteilt wird, diese chauvinistische Erziehung voll Rassen- und Arbeiterfeindschaft, verletzt die moralischen Werte des Zionismus und schafft in der "Welt den Eindruck, als ob wir Feinde des arabischen Volkes wären. Der zionistische Kongreß wird zwischen dem politischen Zionismus, wie wir ihn auffassen, und dem „politischen Zionismus" jener entscheiden müssen, die unsere politische Position in der öffentlichen Meinung der Welt — sowohl im Westen, als auch im Orient — erschüttern. Zwischen diesen beiden Auffassungen liegt ein unüberbrückbarer Abgrund (Stürmischer Beifall). Wir versprechen Ihnen nicht so leicht wie die Revisionisten: „Wenn Sie uns wählen werden, werden wir eine jüdische Majorität im Lande schaffen." Wir halten es für unsere heilige Pflicht, Ihnen und der weiten zionistischen Bewegung zu sagen, daß uns das Unglück, das uns vor zwei Jahren betroffen hat, so lange drohen wird, so lange wir wenige und schwach im Lande sind. Wir glauben nicht, daß die Diplomatie und die anderen „leichten" Mittel der Jabotinsky-Partei uns helfen und Sicherheit schaffen werden. Wir glauben nur an unsere eigene Kraft. Nur durch unaufhörliche Opfer und Anstrengungen werden wir die Gefahr überwinden. Aber außer der ununterbrochenen Verstärkung unserer Kräfte im Lande, der Erweiterung unserer Positionen durch Einwanderung und Arbeit und Kolonisation mit allen Mitteln und unter allen Verhältnissen — was uns als die Hauptforderung zionistischer Politik gilt — halten wir eine außenpolitische Arbeit nicht nur in England und in Europa überhaupt, sondern auch und mit besonderem Nachdruck unter den Arabern und dem ganzen Orient für notwendig. Der moralische Inhalt des Zionismus und seine konkreten Lebensbedürfnisse machen eine Politik der Annäherung und des gegenseitigen Verständnisses mit