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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 160

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 160 (sequence 163)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--7968-3484117
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i6o j. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte besteht ebenso klar wie das Recht des jüdischen Volkes, in seine Heimat zurückzukehren, sie wieder fruchtbar zu machen und im Schweiße seines Angesichtes^ mit seinem Vermögen, seiner Energie und seinen Anstrengungen eine wirtschaftliche und kulturelle Siedlung zu schaffen, die ihm seine nationale Existenz und Selbstbestimmung gewährleistet. Die objektiven Bedingungen im Lande ermöglichen uns den Bestand solcher Rechte. Wir wissen, daß wir in unserer Arbeit im Lande die Rechte seiner jetzigen Einwohner zu respektieren haben. Und wenn unser erstes Zusammentreffen mit unseren Nachbarn so tragisch war, so ist es nicht unsere Schuld; vielleicht auch nicht die Schuld unserer Nachbarn. Viele Zionisten wurden von den Augustereignissen des Jahres 1929 erschüttert. Für uns waren sie keine Überraschung. Bereits vor 25 Jahren wußten wir,, daß wir vor einer solchen Möglichkeit stehen. Wir wußten, daß wir an der Grenze der Wüste leben und daß die Einwohner des Landes noch in hohem Maße an den Sitten der Wüstenkinder festhalten. Eines unserer ersten Werke im Lande war die Organisierung des Selbstschutzes. Wir haben mit den Besten unserer Freunde für das Fehlen der Sicherheit im Lande bezahlt, in Sedschera, in Rechoboth, in Kinnereth, in Tel Chaj, in Jerusalem, in Haifa, in Hulda usw. Vor dem Kriege und nach dem Kriege haben wir immer wieder erklärt, daß für uns im Lande keine Sicherheit bestehen wird, solange unsere Zahl im Lande nicht so wächst, daß wir uns selbst mit eigener Kraft schützen können. Wir wußten noch eins: wir stehen nicht vor den arabischen Einwohnern Palästinas allein. Wir wußten, daß unser Land auf allen Seiten von arabischen Ländern umringt ist: im Norden, im Osten, im Süden, Syrien, Mesopotamien, die arabische Halbinsel, um nicht erst zu sprechen von Aegypten, Lybien, Tunis, Algier und Marokko und den anderen Ländern von Nordafrika, die von moslemischen, arabisch sprechenden Völkern bewohnt sind. Wir haben von der zionistischen Bewegung verlangt, daß sie aus diesen Tatsachen die notwendigen Schlüsse ziehe. Bereits vor sechs Jahren, als wir vor einer großen Einwanderung standen,, habe ich auf dem XIV. Kongreß von den Weltfaktoren gesprochen, die die zionistische Bewegung vor sich sehen und denen sie ihre Außenpolitik anpassen muß. Gerade diejenigen, die immer den Namen Herzls im Munde führen und sich an seine Parole klammern, daß der Zionismus ein allweltliches internationales Problem ist, sehen nicht, was sich in der Welt ereignet. Im 18. Jahrhundert war die Welt in politischer Hinsicht fast nur der europäische Kontinent. Im 19. Jahrhundert war die Welt Europa und Amerika. Jetzt, im zweiten Viertel des 20. Jahrhunderts ist ein ganzer Kontinent — Asien — hinzugekommen. Der Orient erwacht zu neuem Leben, er wird zu einem bedeutenden politischen Faktor der Welt, und wir sollten vor dieser politischen Tatsache nicht die Augen verschließen. Wenn wir ernst von der Verwirklichung des Zionismus sprechen wollen, so bedeutet sie, daß wir wieder zu einem orientalischen Volke werden und wir uns in eine neue geographische und politische Umgebung verpflanzen. Kann man nun auf den Gedanken kommen, daß wir die Kräfte nicht sehen wollen, die in dieser neuen Umgebung wirken? Wir sind Zeugen dessen, was in diesen Tagen in dem großen Indien vor sich geht. Es gibt in England einen gewissen Politiker — auch er ist ein Prätendent; sein Name ist Winston Churchill — der sich nicht mit der Tatsache abfinden kann, daß irgendein halbnackter Fakir mit dem britischen Vizekönig in Indien als gleichberechtigt zusammenkommt. Aber die ver-

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