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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 158

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 158 (sequence 161)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--7966-3484115
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i58 j. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte aus guter Absicht, das jüdische Volk irreführen und ihm sagen, daß es alles Nötige getan hat, daß aber irgendjemand anderer Schuld hat. Wir sagen aber: ohne permanente Aktion, ohne Anstrengung aller Kräfte der Nation werden uns die Worte der Balfour-Deklaration und des Mandates nicht nützen, sondern nur zum Schaden gereichen. Denn sie reizen nur diejenigen auf, die wir berücksichtigen müssen. Und jetzt komme ich zu einem zweiten Faktor, dessen furchtbarer und tragischer Platz in diesen Ereignissen sich erst jetzt vor der weiten zionistischen Öffentlichkeit offenbart. Ich muß aber vorher eine Bemerkung machen: Wenn wir in Palästina so wie in allen anderen Ländern eine Minorität unter den Nicht - juden bleiben, wenn wir uns auch in Palästina nur auf unseren Geist stützen werden, ohne Förderung der Materie in Arbeit und Wirtschaft und eigenem Leben, wenn Sie glauben, daß dann die Atmosphäre von Palästina und die historischen Erinnerungen des Landes uns vor dem Schicksal der Diaspora schützen werden, so irren Sie sich. Wenn wir in Palästina eine Minorität sein werden, fern von den Urquellen des Schaffens und der Arbeit, vom Boden getrennt, fern von jedem weiten volkstümlichen Leben, das seine Kräfte aus dem Boden zieht, ohne daß wir selbständig sind in wirtschaftlicher, kultureller und politischer Hinsicht und ohne daß wir zu einer großen volkstümlichen und selbständigen Macht werden, wird das Schicksal der Diaspora, das Schicksal der Assimilation und des Hinsiechens in kultureller und physischer Hinsicht uns auch in Palästina treffen. Und unsere Arbeit im Land hat nur dann einen Sinn und eine Zukunft, wenn wir den Willen und den Glauben haben, daß wir im Lande die Grundlagen unseres Lebens ändern und in Palästina keine neue Galuth schaffen, sondern eine große selbständige jüdische Nation erreichten, die von ihrer eigenen Wirtschaft, ihrer Kultur und eigenen Arbeit lebt. Der „schone" Traum von Achad Haam, daß hier ein neuer jüdischer Typus Mensch geschaffen werden wird, der den Touristen, die ins Land kommen, als Muster gilt, den Touristen, die dann bei ihrer Rückkehr nach der Diaspora von den Wundern erzählen werden, die sich in Palästina ereignen, ohne daß wir aber zu einer großen arbeitenden Kraft werden, dieser Traum hat sich als unmöglich gezeigt. Vor zwanzig Jahren hat Achad Haam davon geträumt, daß in Palästina eine oberste Schicht von jüdischen Bürgern gebildet wird, die ins Feld 'gehen und die Arbeit ihrer Arbeiter betrachten, deren Arbeiter aber Nichtjuden sein werden. Achad Haam hat nicht daran geglaubt, daß Juden die schwere physische Arbeit auf dem Lande werden leisten können. Es hat sich aber etwas anderes gezeigt: In einer jüdischen Kolonie, nicht in Südamerika in den Zeiten der Knechtschaft, sondern in einer jüdischen Kolonie in unseren Tagen, in einer Umgebung von jüdischen Pflanzern, war diese schreckliche Sache möglich, daß sich ein entarteter Jude findet, der seine arabischen Arbeiter instruiert, einen jüdischen Arbeiter an ein Pferd zu binden und auf dem Boden schleifen zu lassen. Das ist aus dem Traum einer obersten jüdischen Schicht in Palästina auf Grundlage von nichtjüdischer Arbeit geworden! In den letzten Jahren seines Lebens hat sich Achad Haam von seinem Irrtum überzeugt und Massen von jüdischen Arbeitern gesehen. Aber nicht nur die alten Kolonien, sondern auch eine Kolonie wie Magdiel, die mit 100 Prozent jüdischer Arbeit errichtet ist, wird, wenn sie einsam in einem großen Meer nichtjüdischen Lebens bleibt, nicht standhalten können. Wenn wir in Palästina eine Minorität bleiben, ein Volk, das von anderen abhängt und von anderen lebt, so werden

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