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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 145

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 145 (sequence 148)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--7953-3484102
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Arlosoroff 145 a) Der Kongreß nimmt den Bericht der Exekutive zur Kenntnis, der sich auf ihre Verhandlungen über eine unter internationaler Garantie oder unter der Garantie der Mandatarmacht aufzunehmenden Anleihe bezieht. b) Der Kongreß betrachtet die Eröffnung von internationalen Krediten für Zwecke jüdischer Siedlung in Palästina als notwendige Voraussetzung einer systematischen und großzügigen Immigration und Kolonisation. Er erklärt daher die energische "Weiterführung dieser Aktion für eine der großen und dringenden Aufgaben im Arbeitsprogramm der erweiterten Jewish Agency. c) Das wirtschaftliche Ressort im politischen Departement der Londoner Exekutive soll mit der fortlaufenden Leitung der Anleiheaktion betraut werden. Die schweren politischen Erschütterungen der beiden letzten Jahre haben der systematischen Weiterführung der Anleiheaktion neue Schwierigkeiten in den Weg gelegt und es bedarf nicht vieler "Worte, um deutlich zu machen, daß, solange in unseren Beziehungen mit der Mandatarmacht eine gewisse Stabilität und ein festes Vertrauensverhältnis nicht hergestellt ist, wesentliche Fortschritte auf diesem Weg nicht leicht vorstellbar sind. Dennoch ist es notwendig, die besonderen Wirkungen zu prüfen, die die Ereignisse der beiden letzten Jahre auf die Aussichten, unsere Anleihepläne zu verwirklichen, ausgeübt haben. Wir haben von diesem Standpunkt, glaube ich, zwei Schritte rückwärts und einen großen Schritt vorwärts gemacht. Der erste Umstand, der zunächst als ein ernster Rückschlag aufgefaßt werden mußte, ist der: bis zum Jahre 1929 schien es sicher, daß die wirtschaftlichen Werte in Palästina in allen ihren Erscheinungsformen — Häuser, Plantagen, Fabriken, Ställe, Maschinen — in ihrem materiellen Fortbestand keiner Gefahr ausgesetzt sind. In diese Sicherheit trugen die Augustunruhen eine bedenkliche Erschütterung. Besonderen Schaden richteten auch hier die übertriebenen Sensationsmeldungen über die Vorfälle in Palästina an, die fortgesetzt in der internationalen Presse erschienen und zuweilen den Eindruck hervorrufen konnten, als ob die ganze jüdische Wirtschaft in Flammen aufgegangen sei. Wir führen eine merkwürdige Politik: Wir denken an die Durchführung großer Kreditpläne, wir wollen große private Investitionen in Palästina, gleichzeitig tut unsere Presse alles, was in ihren Kräften steht, um durch eine gewissenlose Berichterstattung das Vertrauen der Welt in unsere Position zu untergraben. Gewiß, Dinge wie Unruhen, Aufstände und Brandstiftungen ereignen sich auch in vielen anderen Ländern, und das anlagesuchende Kapital vergißt sie. Aber das Gedächtnis des Kapitals steht in umgekehrter Proportion zu der Größe der Investitionsmöglichkeiten in einem gegebenen Lande. Je größer die Investitionsmöglichkeiten, desto kürzer das Gedächtnis. Da Palästina kein Feld für besonders große (z. B. russische, mexikanische oder chinesische) Anlagen ist, konnte es scheinen, als ob es eine Zeit lang dauern müßte, bis das Kapital die neugeweckten Befürchtungen überwinden würde. Aber genau genommen, hat man sich längst davon überzeugt, wie groß die journalistischen Übertreibungen von 1929 gewesen sind. Heute kann jede internationale Sachverständigenkommission leicht nachprüfen, wie groß die Sachschäden an Anlagewerten gewesen sind, die die Augustunruhen der jüdischen Wirtschaft zugefügt haben. Eine solche Kommission wird sich leicht auch davon überzeugen können, daß die relativ unbedeutende Anlagevernichtung jener Tas;e in verhältnismäßig kurzer Frist durch die Wiederaufbauaktion neu und größer wiederhergestellt worden ist. Der zweite Umstand, der vom Standpunkt der internationalen Anleihe als bedenklich erscheinen muß, ist der unliebsame Rückgang in den Einnahmen der

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