Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 146)
- Language
- German, English, Hebrew
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Arlosorofj 143 durchgeführt werden wird. Nach den Rentabilitätsberechnungen, die für die Betriebstypen, die für das Hulegebiet in Betracht kommen, vorliegen, könnten wir sehr wohl daran denken, das für die Ansiedlung von 4000 jüdischen Kolonisten und die Etablierung der jetzt dort lebenden Araber nötige Kapital entweder durch eine große Pflanzungsgesellschaft oder auf dem Wege eines langfristigen Kredits aufzubringen, aber nur unter einer Voraussetzung: daß nämlich die Erschließungskosten auf ein wirtschaftlich erträgliches Maß heruntergedrückt werden. Das ist teilweise dadurch zu erreichen, daß wir für einen Teil der Drainagearbeiten (die sich nach Ansicht der Fachleute durch eine Reihe von Jahren hinziehen müssen) eine Beteiligung aus Fondsmitteln, die wir von vornherein aus den Lasten der zukünftigen Siedler ausscheiden, beisteuern. Der andere Teil der Kostendifferenz in der Erschließung der Huleböden im Vergleich zu den durchschnittlichen Erschließungskosten in Palästina — das ist die Rolle, die ich dem Colonial Development Fund im Rahmen des Hule Development-Planes zuschreibe. Welche konkrete Form diese Beteiligung des Development Fund annehmen würde, muß natürlicherweise noch ein Gegenstand weiterer Erörterungen sein. Wenn man bedenkt, daß auch der Beitrag des Development Funds über eine Anzahl von Jahren verteilt werden kann, so ist jedenfalls klar, daß es sich nicht um Beträge handelt, die jenseits der vernünftigen Erwartung liegen. Auf der anderen Seite sind es gerade diese marginalen Kosten — nur ein kleiner Bruchteil der gesamten Projektkosten —, die die Durchführung dieses ganzen großzügigen Close settlement-Programms ermöglichen. Die dritte Richtung, in der ein objektiver Zusammenhang zwischen der Staatshilfe und unserem finanziellen Aktionsplan bestehen muß — ein Zusammenhang, der schon einige Kongresse beschäftigt hat, der allerdings mehr mit der Zentralregierung der Mandatarmacht als mit der palästinensischen Landesregierung in Beziehung gesetzt werden kann — ist die der eigenen Hilfsstellung Englands oder der Hilfsstellung des Völkerbundes für die Erlangung internationaler langfristiger Kredite für das jüdische Siedlungswerk in Palästina. Ich habe schon zu häufig die Geduld des Kongresses für dieses Problem in Anspruch genommen, um noch einmal auf seine allgemeinen Voraussetzungen eingehen zu müssen. Ich brauche deshalb nicht noch einmal ausführlich darzulegen, daß meiner Ansicht nach, wenn man ernsthaft von modernen Business-Methoden für eine großzügige Siedlungskolonisation europäischen Standards sprechen will, die Grundlage dieser Methode der langfristige konzentrierte öffentliche Kredit ist, So axiomatisch wie jeder von uns behauptet, daß es ohne Palästina keine Lösung der jüdischen Volksfrage gibt, behaupte ich, daß ohne Erschließung solcher Kreditmittel als Basis eine wirklich planmäßige und großzügige Kolonisation nicht denkbar ist. Ebensowenig will ich noch einmal ausführlich erklären, daß und warum eine Anleiheaktion mindestens zu gleichen Teilen eine große politische wie finanzielle Transaktion darstellt, daß auch Regierungen von großen Staaten lange und wiederholt Versuche anstellen und Verhandlungen führen mußten, bis sie zu einem brauchbaren Ergebnis gekommen sind. Ich will auch in Bezug auf dieses entscheidende Finanzproblem hier nichts anderes als unsere Erfahrungen und Schlußfolgerungen der letzten Jahre resümieren und im Lichte der Ereignisse der letzten Periode zusammenzufassen versuchen, wo wir stehen. Wovon hier die Rede ist — ich will es noch einmal genau definieren, um gleichzeitig die mir vorschwebende Prozedur anzudeuten —, ist ein entweder von