Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 145)
- Language
- German, English, Hebrew
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142 j. Kongreß-Sitzung: Referat über Finanzierung des Palästinaaufbaus die Palästinaregierung, die anscheinend ihren Developmenteifer erst zu einem späteren Zeitpunkt entdeckt hat. Jedenfalls ist schon aus dieser kurzen Zusammenfassung deutlich zu ersehen, von wie großem Nutzen in mannigfaltiger Beziehung unter den Bedingungen unserer Arbeit in Palästina das Wirken des Colonial Development Fund werden könnte. Die Jewish Agency könnte auf dem "Wege über die Palästinaregierung für verschiedene Developmentprojekte, die letzten Endes nicht nur uns, sondern dem ganzen Lande und dem Fiskus zugute kommen, die Hilfe des Development Act in Anspruch nehmen. Es gibt bestimmte, sehr komplizierte Entwicklungsaufgaben, die ohne eine solche Hilfe für lange Zeit überhaupt schwer durchführbar scheinen und die mit einer Hilfe, die sich nur auf einen Bruchteil der Gesamtkosten des Projektes erstreckt, durchführen lassen. Eines der wichtigsten Beispiele dieser Art — vielleicht das wichtigste — ist die Auf Schließung des Hule-Gebietes für close settlement. Wie Sie aus den Erörterungen der letzten Zeit wissen, bildet das Kernstück dieses Gebietes ein Areal von 55.000 Dunam (davon 40.000 besiedlungsfähig), die Regierungsböden sind und die syrische Konzessionäre auf Grund einer Vorkriegskonzession halten, deren Zeit abgelaufen ist, ohne daß sie irgend etwas mit der Konzession angefangen hätten. Wie Sie weiter wissen, empfiehlt der Bericht Sir John Hope Simpsons der Regierung, dieses Gebiet zusammen mit weiteren etwa 100.000 Dunam in Privatbesitz befindlichen Bodens, die für Besiedlung in Betracht kommen, nach Rückfall an die Regierung in eigener Hand zu behalten und für Developmentzwecke zu benutzen. Es ist weiterhin bekannt, daß die Konzessionäre zurzeit mit allerhand spekulationslustigen Reflektanten verhandeln. Dennoch besteht für mich nicht für einen Moment ein Zweifel, daß keiner dieser Faktoren, weder die Regierung, noch die jetzigen Konzessionäre, noch irgendwelche Spekulanten auch nur im entferntesten ernsthaft daran denken können, dieses Projekt in die Hand zu nehmen. Daß es sich im Hulegebiet um einen Bezirk handelt, der vom Standpunkt intensiver Kolonisation von größter Bedeutung ist, steht außer Frage. Auf den 140.000 Dunam, die nach Abzug der Fläche, die für Sraßen, Kanäle und Gebäude nötig ist, übrig bleiben, kann eine Ansiedlung von etwa 4400 Siedlerfamilien stattfinden (zu den rund 2000 arabischen Familien, die sich heute auf diesem Boden befinden). Aber um diesen Siedlungsplan durchführen zu können, sind Drainage- und Ameliorationsarbeiten notwendig, die eine für konservativ gehaltene Berechnung eines Experten Mr. Cyril Q. Henriques auf 740.000 Pfund (Zinsen nicht eingerechnet) für das Kronland allein beziffert. Das würde von den Regierungsländereien jeden Dunam mit über 21 Pfund belasten, bevor überhaupt an Siedlungsaufgaben gegangen werden kann. Durch Zukauf der 100.000 Dunam privaten Bodens würden sich die Drainage- und Bewässerungsanlagen auf ungefähr 11 Pfund pro Dunam reduzieren. Würde die Regierung also bereit sein, erstens die Privatländereien zu erwerben, zweitens 11 Pfund pro Dunam aufbringen, so würde sie sich dann erst der Aufgabe gegenübergestellt sehen, Mittel für die Ansiedlung zu finden, von denen sie im Falle der Ansetzung arabischer Familien auch nicht in ihren kühnsten Träumen eine Verzinsung und Amortisation aller dieser Auslagen erwarten kann. Ich bin also überzeugt, daß nach einigem Hin und Her und allerhand Kreuz- und Quersprüngen der beteiligten Faktoren die Siedlungsaufgabe am Hule entweder von uns oder überhaupt nicht