Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 141)
- Language
- German, English, Hebrew
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138 f. Kongreß-Sitzung: Referat über Finanzierung des Palästinaaufbaus licher zu übersehen sind. Sind sie günstig, so müßte es möglich sein, die Vorschüsse, die aus einem aus nationalen Spendenmitteln gespeisten Industriefonds geleistet worden sind, in eine feste Kapitalanlage umzuwandeln. Das Resultat wäre ein gemischtwirtschaftlicher Betrieb mittleren und kleinen Maßstabs, gewiß ein Novum, aber eines, das natürlicherweise aus den Bedingungen des Kolonisationswerkes erwächst. Es ist selbstverständlich, daß dafür eine selbständig aufgezogene Gesellschaft notwendig ist, die sich ganz und gar auf die Beschäftigung mit diesem Problem und der Überwachung ihrer Kapitalbeteiligungen in den verschiedenen industriellen Unternehmungen spezialisiert. Im übrigen ist diese Frage einer solchen Beteiligungsgesellschaft nur eine Illustration für viele andere ähnliche Anpassungsprobleme. Die zweite Grundfrage im Zusammenhang mit dem Investment Trust ist die seiner Einordnung in die Gesamtorganisation der Jewish Agency. Daß der Einfluß der Gesamtheit, die für das Ganze des Kolonisationsplanes verantwortlich ist, auf einen solchen Trust sichergestellt werden muß, darüber besteht — zumindest in der Zionistischen Organisation — keine Meinungsverschiedenheit. Wenn man — was wohl das natürlich Gegebene wäre — den I.C.T., nachdem er endgültig durch die Schwierigkeiten, deren Wurzeln noch in den Stürmen der Kriegs- und Nachkriegszeit liegen, hindurch ist, reorganisiert, sein Londoner Depositengeschäft an eine besondere Tochtergesellschaft abgibt, sein Kapital entsprechend vergrößert, ihn zur europäischen Zentrale einer derartigen Investmentorganisation macht, ,so bestehen auch hier keine weiteren Schwierigkeiten. Was Amerika anbetrifft, das in diesem Investment Trust-Plan selbstverständlich eine sehr bedeutende Rolle zu spielen hat, so hat bekanntlich eine Kommission, die vor der Washington-Konferenz vom 24. November 1929 eingesetzt worden ist, um den Investment Corporation-Plan zu beraten, empfohlen, daß, anstatt einer neuen Gründung, die Palestine Economic Corporation durch eine angemessene Kapitalerweiterung instandgesetzt wird, diese Funktion auszuüben. In Verfolg dieses Beschlusses hat z. B. Herr Felix Warburg einen Teil der Beteiligung, die er für die Investment Corporation in Aussicht gestellt hatte, der P.E.C. direkt zugeführt. Obwohl auch heute die P.E.C. in zionistischen Kreisen durch Personalunion weitgehend mit der Jewish Agency identifiziert ist, bekommt so die Frage ihrer Einordnung in das Ganze der Wirtschaftsorganisation der Jewish Agency doch eine besondere Bedeutung. Man darf nicht vergessen, daß der bei weitem größte Teil des P.E.C.-Kapitals aus nationalen Geldern stammt, die auf dem Wege der Sammelaktion aufgebracht worden sind, sodaß auch von diesem Standpunkte die Forderung einer Sicherung des Einflusses der Gesamtheit auf die Geschäftsführung der P.E.C. sowohl eine gerechte wie im Interesse der Arbeit unbedingt notwendige Forderung darstellt. Was die Spezialaufgabe der Finanzierung der Arbeiter- und Mittelstandskolonisation auf kleinen Flächen in der Orangenzone anbetrifft, so ist es übrigens keineswegs notwendig, sich etwa auf den Investment Trust allein zu verlassen. Die Erfahrung der letzten Jahre gibt uns 5auch hier Fingerzeige, die vielleicht auf große Möglichkeiten deuten, wenn wir sie nur zu nutzen verstehen. Die eine dieser Möglichkeiten ist die der gemischtwirtschaftlichen Gesellschaft für Kleinpflanzungen. Dieser Typus findet jetzt in der ,}Ansiedlung der Tausend" zum erstenmal seine Anwendung im größeren Maßstabe. Von der finan^ ziellen Seite her betrachtet, ist er auf einer Kolonisation öffentlicher Institutio-