Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 140)
- Language
- German, English, Hebrew
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Arlosoroff 137 3. Der Investment Trust allein kann durch ein genügend großes Eigenkapitai dem Käufer seiner Obligation eine zusätzliche Sicherheit für sein Investment und — bis die Obligation an der Börse eingeführt ist — für die Realisierbarkeit seiner Anlage bieten. Die Grundfrage im Zusammenhang mit dem Investment Trust ist die, ob In der Tat eine so große finanzielle Organisation, die es ihren Investors schuldig ist, nach gesunden geschäftlichen Methoden zu verfahren und ihre Gelder, sei es als Investition, sei es als Kredit nur in werbenden, rentablen Anlagen zu suchen, sich in der Tat an die Bedürfnisse einer Volkskolonisation anpassen kann. Ich glaube gerade aus den Erfahrungen der Palestine Economic Corporation (die immer nach diesen Methoden hat verfahren wollen, dabei oft mehr als vorsichtig vorgegangen ist und auf Grund ihrer übertrieben amerikanisierten Leitung gerade in Gefahr gestanden hat, sich in eine nicht allzu splendid Isolation im Jischuw hineinzutreiben) herauslesen zu können, daß glücklicherweise eine positive Lösung dieser Frage durchaus möglich ist. Die P.E.C. hat Mittel und Wege gefunden, um neben ihren großen Investments, wie z. B. ihrer Beteiligung an der Toten Meer-Konzession, am King David-Hotel oder am Haifa Bay-Kauf, auf die verschiedenste Art und "Weise in wichtige Teilgebiete des Bereichs, den ich oben als Volkskolonisation bezeichnet habe, vorzustoßen. Das ist eine Tatsache, gleichgültig, ob wir in allen Einzelheiten mit ihrem Verfahren und ihren Plänen einverstanden sind oder nicht. Ihre Tätigkeit auf diesem Gebiet schließt ein: Genossenschaftskredite durch die Centraibank, Baukredite in der Arbeitervorstadt bei Tel Aviv, Bau- und Equipmentkredite der Arbeitersiedlung bei Chedera, Anleihe an den J.N.F. für Kischon-Drainage, Baukredite für Kolonistenhäuser in Rechoboth, Kredit an die Kolonie Chedera zum Chausseebau zur Eisenbahnstation, Kredit für den Bau von Orangenpackhäusern in Rechoboth, industrielle Kredite. Nehmen wir, um weiter zu illustrieren, diese industriellen Kredite auf einen Augenblick für sich, so ergibt sich: im Jahre 1928 wurden 16 Anleihegesuche bestätigt, auf die ein Kredit von ca, 4500 Pfund, d. s. ca 280 Pfund per Anleihe, bewilligt wurde. Das Eigenkapital der 16 Unternehmungen betrug 72.715 Dollars oder 4535 Dollars (weniger als 1000 Pfund) pro Unternehmung. Das kleinste Eigenkapital einer Unternehmung, die Kredit erhielt, betrug 200 Pfund. Im Jahre 1929 wurden insgesamt Anleihen an 75 Fabriken bewilligt, in einem Gesamtbetrag von 82.413 Dollars oder 1100 Dollars pro Unternehmung. Auf dem Gebiet des industriellen Kredites haben wir hier in der Tat nichts anderes, als eine Anpassung der großen Business-Corporation an die Bedingungen eines volkstümlichen Wirtschaftsaufbaues. Wie heute gewaltige finanzielle Organisationen aus sehr vielen kleinen Shares ihr Kapital ziehen, so vermag sich wiederum die große finanzielle Organisation sehr wohl an die Bedürfnisse des kleinen Wirtschafters anzupassen, ohne von ihrer Geschäftskraft einzubüßen, wenn sie nur wirklich in dieser Richtung eingestellt ist. Ich weiß sehr wohl, daß z. B. normalerweise eine Beteiligungsgesellschaft in einem entwickelten Industrieland vielen Schwierigkeiten aus dem Wege gehen kann, indem sie ihre Kapitalien nur in großen Unternehmungen festlegt, die außer ihrer Sicherheit auch hohe Gewinnchancen bieten. Das heißt aber keineswegs, daß unter palästinensischen Bedingungen nicht Mittel und Wege gefunden werden können, um eine Kapitalbeteiligung auch an mittleren und kleineren gewerblichen Unternehmungen zu ermöglichen. Eine solche Beteiligung als feste Anlage käme natürlich nur in einem zweiten Entwicklungsstadium der Unternehmung in Frage, in dem die Geschäftsaussichten schon deut-