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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 130

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 130 (sequence 133)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--7938-3484087
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130 y. Kongreß-Sitzung: Referat über Finanzierung des Palästinaaufbaus liebe, Unverdrossenheit und im Enderfolg wirtschaftlichen Schlagkraft sich im Laufe dieser Jahre hunderte und tausende von Familien, mittlere und kleinere Gewerbetreibende, größere und kleinere Handwerker, mittlere und kleinere Pflanzer bis hin zu denen, die um Tel Aviv herum einen Kranz blühender vorstädtischer Kleinsiedlungen und Milchwirtschaften geschaffen haben, im Lande festgesetzt haben. Die private Wirtschaft hat im Laufe dieser Jahre ungefähr 8000 Arbeiter in Industrie und Handwerk, eine noch größere Zahl in den Pflanzungen aufgenommen. Zusammen bilden die in der privaten Wirtschaft (Industrie und Landwirtschaft) beschäftigten Arbeiter etwa drei Viertel aller jüdischen Arbeiter im Lande. Die jüdische Investition in der palästinensischen Industrie beträgt nach dem Zensus der Exekutive 1,849.000 Pfund außer der Palestine Electric und der Palestine Potash Company. Es kann auch keine Rede davon sein, — was einmal vor ein paar Jahren den Gegenstand von Erörterungen vor diesem Hause gebildet hat, — daß sich der private Unternehmer dem jüdischen Arbeiter und der Arbeiterorganisation gegenüber unsicher fühlt. Die Arbeiterorganisation ist nach wie vor bereit, darauf Rücksicht zu nehmen, daß die palästinensische Industrie jung ist und vor Erschütterungen möglichst bewahrt werden soll, sie ist nach wie vor bereit, Kollektivverträgen, Schlichtungsausschüssen usw. zuzustimmen. Die Voraussetzung ist natürlich, daß man sich darüber klar ist, daß die private Wirtschaft in Palästina weder in der Industrie noch in den Plantagen auf Kosten des Arbeiters und seines gewohnten Lebensstandards vor sich geht. Die Schwierigkeit liegt hauptsächlich darin, daß der palästinensische Arbeitgeber, der kleine und mittlere Gewerbetreibende und Pflanzer in den meisten Fällen aus dem rückständigen Wirtschaftsmilieu der osteuropäischen Städte und Städtchen, bestenfalls aus Riga, Bialystok oder Lodz stammt, von moderner Arbeiterorganisation wenig weiß und mit den Instrumenten des entwickelten Tarif- und Schlichtungswesens schlecht umzugehen versteht, ja seiner eigenen Arbeitgeberorganisation mit Mißtrauen und möglichst distanziert gegenübersteht. Aber alles dieses beiseite und die Leistungen der palästinensischen privaten Wirtschaft in diesem Jahrzehnt nach Gebühr anerkannt, so bleibt die Frage: ist es wirklich möglich, daß wir uns, durch die Erfahrungen des Jahrzehnts belehrt, für die Zukunft auf das Schalten und Walten der privaten Initiative verlassen und in unseren öffentlichen Wirtschafts- und Finanzaufgaben mit dem begnügen, was im Rahmen unseres Fonds-Budgets geschehen kann? Das vor kurzem veröffentlichte ökonomische Programm der amerikanischen Zionisten scheint sich wieder einmal dieser gefährlichen Illusion hingeben zu wollen. Der Board of Economical Development, den es für Palästina vorschlägt — die zentrale wirtschaftliche Behörde in ihrem System — ist eine Art ökonomischer Beratungs- und Auskunftsstelle. Er soll ein Wirtschaftsarchiv unterhalten, die Unternehmer durch Experten beraten lassen, die Organisierung von ähnlichen Auskunftsstellen in verschiedenen Ländern anregen, Märkte studieren und Ähnliches mehr. Das sind alles sehr nützliche und gute Dinge; eine ähnliche Stelle — wenn auch ohne Beirat — ist bisher das Industriedepartement der Exekutive gewesen, das bekanntlich gerade die Wortführer der Privatinitiative so unbefriedigt gelassen hat, aber was weiter? Das amerikanische Programm schlägt allerdings noch weiter vor, der Board bezw. die Exekutive sollte die Arbeit der jüdischen wirtschaftlichen Institutionen, Korporationen, Finanz- und Kre-

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