Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 132)
- Language
- German, English, Hebrew
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Arlosoroff 129 gar für einen normalen Betriebskredit noch nicht in Frage kommen, zur Verfügung zu stellen (Industriefonds). c) Die mit der Wanderung und öffentlichen Arbeiten verbundenen Ausgaben zu tragen. d) Die Ratenzahlungen für Bodenkäufe zu leisten. Die Bodenkauftransaktionen selbst, die ihrer ganzen Natur nach, um zu einem planmäßigen Vorgehen zu kommen und sprunghafte Preisbewegung auf dem Bodenmarkt zu verhindern, konzentrierte Kapitalsanlagen erfordern, sollen mit Hilfe von Kreditmitteln erfolgen, die normalerweise unsere für Bodenkäufe zur Verfügung stehenden Beträge kapitalisieren. e) Einen Garantiefonds für allgemeine Kreditoperationen, die im Zusammenhang mit dem Siedlungswerk stehen, zu bilden. Im Ganzen unseres Finanzplanes sind diese Funktionen, die dem nationalen Spendenfonds zugeschrieben werden, lebenswichtig. Es muß nur noch ein Gedanke zurückgewiesen werden, demzufolge unsere Spendenfonds ihre Eingänge nicht halten können, wenn sie ihrer ausschließlichen Bedeutung entkleidet und in ein größeres System eingeordnet werden. Meine feste Überzeugung ist, daß erst, wenn man die Fonds aus einer Situation, der sie nicht zu genügen vermögen, rettet und ihnen im Rahmen eines einheitlichen Planes, der den stetigen Fortgang unserer Einwanderung und Kolonisation verbürgt, lebenswichtige Funktionen zuteilt, ihre Eingänge richtig zu wachsen beginnen werden. Ich überlasse es jedem einzelnen zu beurteilen, ob ein Keren Hajessod, der theoretisch das zentrale Finanzinstrument des Palästinaaufbaus ist, lange und kritische Jahre hindurch aber weder in der Kolonisation noch in der Einwanderung zu Leistungen kommen kann, werbekräftiger ist als ein Keren Hajessod, der von Jahr zu Jahr auf ein wachsendes Siedlungswerk, neue Kolonien, neue industrielle Unternehmungen, neue Einwanderer hinweisen kann, selbst wenn er in der Durchführung dieser Kolonisationsaufgaben nur gewisse fest umschriebene, wenn auch entscheidende Hilfsfunktionen zu leisten hat. Aber weiter. Hätten wir auch in der Tat unsere nationalen Spendenmittel planmäßig für diese Zwecke reserviert, so hätten wir noch immer nicht mehr als ein Viertel bis ein Fünftel der Investitionssummen bereit, die alljährlich in Palästina zur Verfügung stehen müssen, wenn wir eine Durchschnittseinwanderung von 20.000 Immigranten gesund im Wirtschaftsleben des Landes verwurzeln wollen. Auf die Frage, wie wir die fehlende Kapitalmenge mobilisieren wollen, lautet die landläufige und jetzt wieder besonders deutlich vernehmbare Losung: Durch die Förderung der privaten Initiative. Der „Individual Investor*' oder die private Aktiengesellschaft werden, wenn nur die Ruhe im Lande verbürgt ist und die politischen Bedingungen einigermaßen gesund sind, diese Aufgabe lösen. Daß die private Wirtschaft in diesem ersten Jahrzehnt eine große, ich will sogar sagen, überraschend große Kraft bewiesen hat, ist über jeden Zweifel erhaben. Obwohl ich immer den Gegensatz von privater Initiative und nationaler Kolonisation für eine der in der zionistischen Bewegung so beliebten künstlich zugespitzten Fiktionen gehalten habe, obwohl die Arbeiterschaft immer wieder öffentlich erklärt hat, daß sie wirklich private Initiative in der Palästinawirtschaft begrüßt, sowreit sie nicht nur als Vorwand zur Zurücksetzung der nationalen Kolonisation dient und nicht unter ein Minimum von Arbeitsbedingungen hinuntergeht, will ich das noch einmal mit allem Nachdruck betonen. Es gibt keine Schicht im Jischuw, die bereitwilliger wäre als die Arbeiterschaft, anzuerkennen, mit welcher Zähigkeit, Palästina- 9