Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 122

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 122 (sequence 125)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3476254-3476288--7930-3484079
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

122 ß. Kongreß-Sitzung: Referat über Finanzierung des Palästinaaufbaus chcn volkswirtschaftlichen Aktiven, abgesehen von künstlich aufgeblähten Bodenwerten, ist dieser gewaltig große Kapitalimport ausgedrückt? In den Augen jedes Kolonisators steht der Jischuw auf Grund dieses Argumentes als sinnlos verschwenderischer Konsument da. In der Tat ist die eigentliche Kapitalinvestition der Juden in diesem Jahrzehnt auf ungefähr 18 Millionen Pfund zu veranschlagen, davon ca. 5 Millionen im Bau, 4 Millionen in Industrie und Handwerk, ungefähr 4 Millionen im Boden und 5 Millionen in den landwirtschaftlichen Betrieben in nationaler und privater Hand. Auf eine Einwanderung von rund 90.000 Seelen würde das einen empirischen Kapitalbedarf von ungefähr 200 Pfund pro Kopf bedeuten, wobei offen bleibt, ob alle Einwanderer wirklich endgültig in der palästinensischen Wirtschaft schon verwurzelt sind (hätten wir also wirklich 45 Millionen Pfund in diesem Jahrzehnt investitionsbereit gehabt, so hätten wir in der Tat eine jährliche Durchschnittseinwanderung von über 20.000 finanzieren können. Weil wir sie nicht gehabt haben, beträgt die durchschnittliche Einwanderung 9000). Dennoch ist es möglich, daß diese Zahl insofern — im Vergleich mit Ruppin — zu hoch gegriffen ist, als sie relativ bedeutende Summen einschließt, die aus Gründen der Planlosigkeit unserer Kolonisation, aus Mangel an Erfahrung mit verschiedenen Wirtschaftszweigen in Palästina, aus Spekulationsfieber volkswirtschaftlich verloren gegangen sind, jedenfalls in einer kolonisatorischen Planwirtschaft, die auf den Erfahrungen unserer bisherigen Arbeit fußt, erspart werden können. Ich will so weit gehen, dieses Lehrgeld der Kolonisation mit 20% zu veranschlagen und so den durchschnittlichen Kapitalbedarf pro Einwanderer, Mann, "Weib oder Kind, auf etwa 160 Pfund anzunehmen. Für eine durchschnittliche Jahreseinwanderung von 20.000 würde also die notwendige Investition ungefähr 3,200.000 Pfund betragen. Es soll klar verstanden werden, daß diese Investition nicht als mit unserem öffentlichen Budget identisch gedacht ist, sondern daneben auch alle Kapitalien einschließt, die in Wirtschaftsinstituten und Unternehmungen als Anlage oder langfristige Kredite verfügungsbereit gegeben sind. Unser Budget ist faktisch und systematisch nur ein Teil eines umfassenderen Finanzplanes. Auf die Frage, wie die Kapitalaufbringung für ein Kolonisationswerk dieses Maßstabes zu meistern sei, hat die Zionistische Organisation sich praktisch auf eine Antwort konzentriert: die nationalen Fonds. Ich will in diesem Augenblick die Frage des Verhältnisses unserer beiden großen Fonds, des Keren Hajessod und des Nationalfonds, zueinander, ihrer Methoden, Koordination und Einordnung in einen einheitlichen Aufbauplan nicht behandeln, obwohl mir auch hier vieles der Untersuchung und Verbesserung wert scheint. Vom Standpunkt der allgemeinen Frage, die ich heute zu behandeln habe, kann ich zunächst diese Probleme übersehen und die Eingänge beider Fonds (durchschnittlich etwa 600.000 bis 700.000 Pfund jährlich) als einen einzigen Posten betrachten. Es bedarf nicht meiner Worte, um nicht nur die große Bedeutung der nationalen Fonds, sondern auch die große Leistung, auf die sie während dieses Jahrzehnts zurückblicken können, dem Kongreß vor Augen zu führen. Eine Berechnung ergibt, daß — wenn man vom russischen Judentum notgedrungener« weise absieht — jede jüdische Familie in der Welt durchschnittlich jährlich etwa jo sh (davon 7 für den Keren Hajessod und 3 für den K.K.L.) zu den Palästina- Aufbaufonds beisteuert. Der Keren Hajessod, erst nach dem Kriege entstanden,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.