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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 121

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 121 (sequence 124)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Arlosorojf 121 als langfristiger Kredit zur Verfügung steht, und eigentlich nur von ihr abhängig. Gehen wir also z. B. von der Annahme der Mill'schen Kurve II, einer durchschnittlichen Jahresein Wanderung von 20.000 aus, so lautet die Frage: "Welche Kapitalgröße muß verfügungsbereit sein, um ihre gesunde und schnelle wirtschaftliche Verwurzelung in Palästina zu ermöglichen. Nun ist die Berechnung des Kapitalbedarfs notwendigerweise an schematische Größen gebunden, da sie die konkreten Umstände der einzelnen Unternehmung und des einzelnen Einwanderers, des einzelnen "Wirtschaftszweiges und Hunderte von anderen Begleitumständen nicht im Detail zu übersehen vermag. Dennoch ist sie für unsere Zwecke brauchbar genug, und zwar — was vielleicht merkwürdig klingen mag — um so brauchbarer, je weniger sie ins Detail geht, je mehr sie sich auf möglichst große Durchschnittswerte stützt. Es tritt dabei jene statistische Gesetzmäßigkeit der großen Zahl auf, die sehr viel Fehler gegenseitig aufhebt und dadurch ein praktisch brauchbares Endergebnis erzielt. Dr. Ruppin hat häufig davon gesprochen, daß bei der Ansiedlung eines landwirtschaftlichen Kolonisten (deren Kosten auf ca. 750 Pfund veranschlagt werden) und der Seßhaftigkeit eines Einwanderers im Handwerk oder der Kleinindustrie (die ca. 250 Pfund erfordert), zwei weitere Einwanderer in freien Berufen als Händler, als Lehrer und Beamte, im Transportwesen etc. feste Beschäftigung finden können. Diese 4 Einwanderereinheiten kann man ihrer Personenzahl nach auf etwa zehn bis zwölf Personen veranschlagen. Es wäre falsch, angesichts des Charakters der palästinensischen Einwanderung, die relativ viel junge, unverheiratete Einwanderer oder Einwanderer rrtit noch kleiner Familie ins Land bringt, größere Ziffern anzunehmen. Die Summe von privatem Kapital, die von diesen Menschen mitgebracht wird, ist nach unseren Ziffern auf etwa 800 Pfund zu veranschlagen. Das würde rein schematisch einen durchschnittlichen Kapitalbedarf von etwa 150 Pfund pro einwandernde Person ergeben. Prüft man diese Ziffern an der praktischen Erfahrung der letzten zehn Jahre, so ergibt sich, daß der empirische durchschnittliche Kapitalbedarf dieser Berechnung ungefähr entspricht. Man kann diese Prüfung mit für unsere Zwecke genügender Genauigkeit vornehmen, indem man etwa die Summe der von den Juden im Lande investierten Kapitalien der Ziffer der jüdischen Einwanderung der Periode gegenüberstellt. Ich will dabei die jüdische Investition nicht mit den phantastisch hohen Zahlen annehmen, die von unserer Seite in den Tagen der Shaw-Kommission vorgebracht wurden und seither aus der zionistischen Publizistik nicht wieder verschwunden sind, nämlich 45 Millionen Pfund. Ich will hier nicht auf den wissenschaftlichen Wert oder Unwert dieser Ziffer eingehen, die einerseits auch ganz kurzfristige Durchgangsposten der palästinensischen Zahlungsbilanz, andererseits ganz unproduktive persönliche Konsumption einschließt. Sie hat jedenfalls mit der wirklichen Investition von Kapital, auf der das jüdische Siedlungswerk beruht, nicht das geringste zu tun. Übrigens will es mir scheinen, daß auch vom Standpunkt unserer politischen Argumentation der Nutzen dieser Ziffer recht zweifelhaft, ihre Betonung nur bedauerlich ist. Wenn man sie dazu gebraucht, zu zeigen, daß sich angeblich der "Wohlstand des Landes um diese abstrakte Wertmasse vermehrt hat, so sagt man damit noch gar nichts. Auf der anderen Seite muß jedem Unbefangenen die Gegenfrage auftauchen: wenn es wahr ist, daß die Juden 45 Millionen Pfund ins Land gebracht haben, wo ist ihr produktiver Gegenwert in der palästinensischen Wirtschaft? In wel-

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