Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 121)
- Language
- German, English, Hebrew
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n8 §. Kongreß-Sitzung: Referat über Finanzierung des Palästinaaufbaus Fraktionen und Verbände bekommen so viel Zeit, wievielmal vier Minuten ihnen laut der Zahl ihrer Mitglieder zustehen. In diesem Falle hat aber ein Mitglied der betreffenden Fraktionen des Verbandes kein Recht mehr, zu sprechen, es sei denn,, daß er in der Berechnung der Gesamtzahl nicht mitgezählt wird. Das bedeutet z. B., daß der größten organisierten Fraktion, der Linken, das Recht zur Diskussion,, wie in anderen Parlamenten gleich zu Anfang gewährt wird, und daß sie über eine Gesamtzeit von ungefähr 300 Minuten verfügt, die sie unter sich nach ihrem Gutdünken verteilen kann, indem sie jedem Vertreter, den sie für die Debattebestimmt, selbst seine Redezeit zuweist. Dadurch ist eine gewisse Garantie geschaffen, daß die Redner der verschiedenen Teile des Kongresses nicht grenzenlos sprechen können. Wir haben es aber für nötig befunden, auch unsererseits eine gewisse Grenze zu stipulieren: Für den ersten Redner der verschiedenen Gruppenteile werden wir über 90 Minuten nicht hinausgehen. Eine Verlängerung der Redezeit wird es nicht geben, und Appelle an den Kongreß werden nicht entgegengenommen. In Anbetracht dessen, daß diese Bestimmungen für manche eine gewisse Rigorosität enthalten, sind kleine Ausnahmen durch das Kongreßpräsidium zulässig, die sich aber nur auf ganz besondere Fälle beziehen. Ich bitte auch für diese Vorschläge des Kongreßpräsidiums um Genehmigung. Die Vorschläge werden angenommen. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Ich mache darauf aufmerksam, daß bei Abstimmungen die Delegiertenkarten verwendet werden müssen. REFERAT ÜBER PROBLEME DER FINANZIERUNG DES PALÄSTINAAUFBAUS. Dr. CHAIM ARLOSOROFF (Arb., Erez Israel — spricht deutsch): Ich nehme an, daß die Fragen, die mit dem laufenden Budget zusammenhängen, in dem Bericht des Treasurers behandelt werden werden und daß es meine Aufgabe sein soll, das allgemeine Problem eines finanziellen Aktionsplanes der Jewish Agency einer Untersuchung zu unterziehen. Dieses Problem im gegenwärtigen Augenblick erneut aufzurollen, erscheint ein eigenartiges, manche werden sagen> vorwitziges Unternehmen. Die Konjunktur ist so schlecht wie möglich. Seit einigen Jahren steht die nationale Kolonisation beinahe still. Seit Monaten ist die Einwanderung stark zusammengeschrumpft, lebt unsere Finanzverwaltung in Palästina von der Hand in den Mund. Eine schwere Wirtschaftsdepression, die sowohl auf den internationalen Kapitalmarkt wie auch auf unsere eigene Kassenlage stündlich zurückwirkt, lastet auf der ganzen Welt. Diesem Kongreß liegt das kleinste und mit alten Verpflichtungen am stärksten belastete Budget der Nachkriegszeit vor. Die Konjunktur ist also in der Tat so schlecht wie möglich/Aber Konjunkturen wechseln und die Bewegung muß gerüstet sein. Gerade weil die Situation im Augenblick so drückend schwer ist, ist es notwendig, uns darüber Rechenschaft zu geben, in welcher Richtung wir in der Zukunft weiterbohren wollen, um der Aufgabe, die uns auferlegt wird, Herr zu werden. In der finanziellen Bereitschaft liegt das Schicksal des Zionismus sowohl als kolonisatorischer wie auch als politischer Bewegung beschlossen. Es ist diese Erkenntnis (wenn ich das einleitend sagen darf), die mich selbst abseits von meinen alltäglichen Interessen und meinem Arbeitskreis immer wieder zu diesem