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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 111

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 111 (sequence 114)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Rosenblüth in neswegs den Kreis derer verengern muß, die sich zur Zionistischen Organisation bekennen. Ich glaube, daß sich die oft genannte Ziffer von einer Million erreichen und vielleicht eher erreichen läßt, wenn mit der Werbung zugleich größere organisatorische Ziele gesteckt werden, wenn man mit der Eingliederung in die Weltorganisation zugleich die territorialen Verbände in ihren Zentral- und Lokalorganisationen stärkt. Radikal ablehnen möchte ich die extreme Zuspitzung der Parolen derer, die sich für den unorganisierten Haufen mehr begeistern als für die disziplinierte Organisation und die den Schekel ganz abschaffen wollen. Die Abschaffung des Schekels oder anderer nach meiner Meinung gerade zu verstärkender Mitglieder-Qualifikationen und die Zuerkennung des Stimmrechtes an jeden, der durch die Beteiligung an der Wahl vielleicht sein Interesse am Zionismus, vielleicht aber nur sein Interesse am Wählen oder an lokalpolitischen Vorgängen bekundet, bedeutet die Auflösung der Zionistischen Organisation. Wer die zionistische Demokratie beschützen und entwickeln will, muß sie auch davor bewahren, daß sie sich durch allzu mechanisch analoge Übernahme demokratischer Gewohnheiten anderer Völker, deren Leben sich unter andern Bedingungen abspielt, in dem Versuch diskreditiert, unlösbare Aufgaben bewältigen zu wollen. In diesem Zusammenhange muß die alte Forderung wiederholt werden, daß der Kongreß entlastet werden muß von der Beschäftigung mit Detailfragen, für deren sachgemäße Behandlung ihm allein schon die Zeit fehlt, und daß er seine wahre Aufgabe erblickt erstens in der Verkündigung der zionistischen Botschaft an die Welt, zweitens in der Wahl der Männer und Frauen, denen er die Geschicke der Bewegung anvertrauen will, und drittens in der Formulierung einiger weniger wichtigster programmatischer Richtlinien für die kommende Arbeitsperiode. In diesem Zusammenhang muß auch eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit des A.C. verlangt werden, und zwar erstens durch die Beschränkung seiner Mitgliederzahl, die auch aus finanziellen Gründen geboten ist, und zweitens muß die Frage aufgeworfen werden, ob nicht das Aktionskomitee nützlichere Arbeit leisten würde, wenn es nur zweimal zwischen zwei Kongressen zu Plenarsitzungen zusammentreten, dagegen drei Hauptgebiete, nämlich das der Organisation und Propaganda, das der Politik und das der Finanzen und der Wirtschaft in Spezialausschüssen bearbeiten würde, wobei die beiden Ausschüsse für Politik und für Finanzen und Wirtschaft mit den entsprechenden Ausschüssen der Jewish Agency kooperieren müßten. Ganz besonders würde es das Organisations-Departement begrüßen, wenn es organisch verknüpft würde mit einem Ausschuß für Organisation und Propaganda, der zweimal oder dreimal im Jahre zusammentreten könnte und dessen Beschlüsse für das Organisations-Departement moralisch oder auch formell verpflichtend sein könnten. Zum Bilde unserer zionistischen Demokratie gehört auch das zionistische Beamtentum. Ich habe es immer als einen Ausdruck neu erwachten politischen, in staatlichen Kategorien denkenden Volksempfindens verstanden, daß wir in der Zionistischen Organisation mit dem Kehilla-Typ des jüdischen Beamten aufräumten, der nur ein Handlanger der Gemeindegewaltigen war, und daß wir versuchten, ein Beamtentum zu schaffen, für das wir Vorbilder in staatlichen Organismen suchten. Ich habe immer geglaubt, daß wir einen entscheidenden Schritt in der Entwicklung zu einer wahren und lebendigen Volksorganisation

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