Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 112)
- Language
- German, English, Hebrew
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Rosenblüth 109 Osten darüber geklagt, daß die Revisionisten die Fonds durch passive Resistenz, teilweise durch aktive Sabotage und vor allen Dingen dadurch schädigten, daß sie den Massen erklärten, daß das Geld der Fonds für unnütze Zwecke hinausgeworfen werde. (Laute Unruhe bei den Revisionisten; WASCHITZ: Herr Präsident, schützen Sie uns vor diesem Angriff!) VORS. PRÄS. MOTZKIN: Es wurde nichts Unparlamentarisches erklärt. (Zu den Revisionisten): Sie werden uns nicht terrorisieren! Machen Sie den Kongreß nicht zu einer Farce, Sie haben Möglichkeiten und Talente genug, um erwidern zu können (Lebhafter Beifall). FELIX ROSENBLÜTFI (fortfahrend): In manchen Ländern haben die Revisionisten die Arbeit der Landesverbände von innen gestört und unterminiert, gleichzeitig aber in einer vom Standpunkte unserer Statuten aus völlig illegalen "Weise die Rechte eines Sonderverbandes für sich in Anspruch genommen, vor allem durch die Unterstellung ihrer Anhänger unter die Disziplin einer internationalen Verbandsleitung, einer Körperschaft, der im Rahmen der Verfassung der Zionistischen Organisation kein legaler Platz zukommt. Dieses organisatorische Doppelleben der Revisionisten hat in fast allen Ländern die Landesverbände der allgemeinen Zionisten schwer geschädigt und ihre Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Der Kongreß hat die Aufgabe, die zionistische Disziplin wieder herzustellen (Beifall). Ein besonderes Charakteristikum der Organisation, das sie aus allen jüdischen Organisationen heraushebt, ist ihr volkhafter und demokratischer Charakter. Ihr volkhafter Charakter ist nicht bloß bedingt durch das demokratische Prinzip ihres organisatorischen Aufbaus, sondern natürlich auch durch ihre Zielsetzung und in einem spezielleren Sinne durch die Aufgabe, die sich die Organisation in Palästina gestellt hat. "Wir haben oft davon gesprochen, daß die Organisation in Palästina staatsähnliche Aufgaben erfüllt hat, Aufgaben eines Volksgemein Viesens, die vom Volk und für das Volk geleistet werden. Daß die Zionistische Organisation sich in dieser Weise als Träger der Volksverantwortung fühlt und praktisch handelt, ist, scheint mir, Element ihres Lebens. Die Zionistische Organisation ist bedroht, wenn man den Kreis ihrer Verantwortlichkeit in Palästina übermäßig verengern will. Ich spreche nicht so sehr von Einzelmaßnahmen und insbesondere nicht von der Übertragung gewisser Wohlfahrtsfunktionen und des Erziehungswerkes auf den Waad Leumi, weil vom Standpunkt dieser Betrachtung aus Jischuw und Zionistische Organisation oder Jewish Agency als Teile des gleichen organisierten Volksganzen angesehen werden können. Ich wende mich aber gegen die Gesamtanschauung, die sich in dem Satze zu äußern pflegt: „Die Organisation kann nicht für alles verantwortlich gemacht werden." Es ist richtig, daß die finanzielle Verantwortung der Zionistischen Organisation bezw. der Jewish Agency sich nicht auf die Bedürfnisse des ganzen Jischuw erstrecken kann und sich auch niemals erstreckt hat. Es macht aber andererseits den Reichtum der Bewegung aus, daß die jüdische Welt von der Exekutive in Palästina auf weitesten Gebieten wirtschaftlichen und kulturellen Lebens, wenn nicht finanzielle Hilfe, so doch mindestens politische und moralische Förderung durch Anleitung und Anweisung erwartet. Es kommt nicht darauf an, daß die Organisation bestimmte Maß-