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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 108

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 108 (sequence 111)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--7916-3484065
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io8 4. Kongreß-Sitzung: Referat über Lage u. Probleme d. Zion. Organisation ihr Gegenstück finden in einer umso rücksichtsloseren und entschlosseneren Wahrung zionistischer Disziplin, die über das Bekenntnis zum Grundprogramm hinaus keine Gleichheit im Denken, wohl aber eine Gleichheit und Einheit im Handeln verlangt. Gegen diese Disziplin ist in den letzten Jahren schwer gesündigt worden — und wenn ich hier von den Revisionisten sprechen muß, so geschieht es sine ira et studio, von einem reinen und strengen Organisationsstandpunkt aus. Gerade weil unsere Organisation eine freiwillige ist, gerade weil sie gegen Saboteure im Grunde wehrlos ist, ist die Wahrung der Disziplin eine umso höhere Pflicht. Das Sündenregister der revisionistischen Gruppe ist ein langes. Es ist ein Verstoß gegen die Disziplin, wenn die zionistische Leitung nicht bekämpft, sondern beschimpft wird (Beifall, Unruhe bei den Revisionisten). Dies darf unter keinen Umständen in unseren Reihen geduldet werden, die Männer, die vom Vertrauen des Kongresses zu Leitern der Organisation gewählt worden sind, mögen kritisiert werden, aber sie dürfen nicht mit Schmutz beworfen werden (Lebhafter Beifall, Zwischenrufe von revisionistischer Seite). Wer dies tut, schließt sich aus der Organisation aus. Die politischen Prärogativen der Exekutive waren stets ungeschriebenes und sind jetzt auch geschriebenes Grundgesetz der zionistischen Bewegung. Zur Führung politischer Verhandlungen ist allein diejenige Instanz berufen, der der Kongreß die Führung der politischen Geschäfte anvertraut, das ist unter den gegenwärtigen Verhältnissen die politische Leitung der Jewish Agency. Niemand, der nicht von der Leitung ermächtigt ist, hat das Recht zu politischen Verhandlungen mit Regierungen, mit dem Völkerbund oder zu politischen Aktionen, die die Verhandlungen und die Politik der Leitung stören könnten (Lebhafter Beifall, laute Zwischenrufe und Unruhe bei den Revisionisten). VORS. PRÄS. MOTZKIN (nach mehreren Versuchen, Ruhe zu schaffen): Das ist noch neu, daß man auf einem Kongreß den Präsidenten nicht anhört, es ist das erste Beispiel dieser Art (Lebhafter Beifall). (Zu den Revisionisten gewendet): Als Sie noch wenige hier im Saale waren, habe ich Sie geschützt, erinnern Sie sich dessen! Sie haben die Möglichkeit zu antworten und alles zu sagen, was Sie auf dem Herzen haben, im parlamentarischen Rahmen. Sie dürfen aber nicht den Redner unterbrechen (Beifall). FELIX ROSENBLÜTH (fortfahrend): Auch hiergegen haben die Revisionisten trotz gegenteiliger Beteuerungen und Zusicherungen immer wieder verstoßen. Sie haben sich geradezu gerühmt, der britischen Regierung gegenüber erklärt zu haben, daß Dr. Weizmann und die Exekutive zu Verhandlungen politischer Art nicht befugt seien. Sie haben nach den Verhandlungen der Permanenten Mandatskommission über den Shaw-Bericht sich offen gebrüstet, daß der von der Mandatskommission erzielte Erfolg auf ihr Konto zu setzen sei, und obschon dieses Selbstlob in jeder Weise lächerlich war, so ist es charakteristisch als ein Zeichen ungesetzlicher Gesinnung. Die Revisionisten haben sich formell zu den Fonds bekannt, aber dieses Lippenbekenntnis zugleich entkräftet durch den Hinweis darauf, daß man von ihnen bei ihrer Gesamteinstellung gegenüber der Politik der Exekutive keinen Enthusiasmus für die Unterstützung der Fonds verlangen könne — ein Wink von oben, der genügte, um den Anhängern zu erklären, was gemeint war. In der Tat wurde in vielen Ländern, besonders im

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