Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 104)
- Language
- German, English, Hebrew
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Rosenblüth 101 das gilt auch von der Aufgabe der Stunde: Erhöhung der Zeichnerzahl um ein Drittel, um so die Wirkung der ökonomischen Krise auszugleichen (Lebhafter Beifall). REFERAT ÜBER DIE LAGE DER ZIONISTISCHEN ORGANISA¬ TION UND IHRE PROBLEME. FELIX ROSENBLÜTH (Mitgl. d. Ex. — spricht deutsch): Wenn ich zu Ihnen über die Lage der Zionistischen Organisation und ihre Probleme sprechen soll — gemeint sind natürlich organisatorische Probleme — so müßte ich beginnen mit einem Überblick über statistisches Material und mit der Hervorhebung gewisser Tatsachen, die für die Gesamtlage der Organisation besonders charakteristisch sind. In manchen Kreisen der Organisation ist die Ansicht geäußert worden, daß sich die Reihen des Zionismus unter dem Eindruck der Ereignisse der letzten zwei Jahre gelichtet hätten und daß nicht bloß eine schwere innere Erschütterung, sondern auch eine Zerrüttung des äußeren Gefüges der Organisation erfolgt sei. Ich will gewiß nicht bestreiten, daß die innere Lage der Organisation kritisch ist, ich will auch nicht in Abrede stellen, daß sie in einem speziellen und engeren organisations-politischen Sinne kritisch ist, auf der anderen Seite aber findet der, der auf Besserung und Reformen sinnt, im gegenwärtigen Zustand die äußere Struktur der Organisation im großen und ganzen intakt vor. Die Sprache der Zahlen rechtfertigt nicht den Pessimismus, mit dem manche von einem gewaltigen Rückgang der Schekelziffern und einer Auflösung der Organisation ziemlich leichtfertig zu sprechen pflegen. Gewiß verdienen diese Zahlen sehr kritisch unter die Lupe genommen zu werden, und in dieser Analyse geben sie hinreichend Anlaß zu Zweifeln und Bedenken. Dennoch aber soll man die Zahlen wenigstens zur Kenntnis nehmen, bevor man mit der Analyse beginnt. Zunächst ein Wort über die Bewegung der Schekelziffern: Vergleichen wir die Schekelergebnisse der letzten drei Kongreßjahre 5687/5689/5691, also die Veränderungen in einem Zeitraum von sechs Jahren, so erhalten wir folgendes Gesamtergebnis, das vielleicht hinsichtlich des laufenden Kongreßjahres 5691 noch eine leichte Korrektur erfahren könnte. Wir hatten im Jahre 5687 — 418.000 Schekalim, im Jahre 5689 — 391.000, im Jahre 5691 — 405.000 Schekalim. Mit anderen Worten: kein Aufstieg, aber auch keine wesentliche Verschlechterung. Von besonderer Bedeutung ist hier aber die Tatsache, daß wir im laufenden Jahre sogar eine erhebliche Steigerung des Schekelergebnisses zu verzeichnen hätten, wenn nicht ein außerordentlicher Rückgang in Amerika eingetreten wäre. In Amerika registrierten wir vor sechs Jahren 141.000 Schekalim und in diesem Jahre 54.000 Schekalim, während im mittleren Jahre 5689 (1929) das Schekelergebnis immerhin noch 71.000 Schekalim betrug. In anderen Worten: die Differenz in Amerika allein erklärt mehr als hinreichend den Rückgang der Schekelziffern des laufenden Jahres im Vergleich zu den Schekelziffern des XV. Kongresses. In fast allen Ländern sind die Schekelergebnisse sowohl im Vergleich zum Jahre 5689 wie 5687 gestiegen, teilweise sehr erheblich. Besonders müssen hier die polnischen Gebietsteile hervorgehoben werden: Kongreßpolen, das 85.000 Seheialim gegenüber 48.000 und 66.000 in den beiden vorhergehenden Kongreß-