Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 103)
- Language
- German, English, Hebrew
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ioo 4. Kongreß-Sitzung: Referat über Leistungen und Aufgaben des K.H. gäbe für den Einzelnen. Aber Steuer zu zahlen von dem Gesichtspunkte ausy daß man den Maaßer nur den Verhältnissen anpaßt, das ist etwas anderes als ein Pfund aus der Tasche zu ziehen und zu sagen, ich habe meine Pflicht getan. Meine Damen und Herren! Wie werden wir die fehlenden Zionisten erreichen? Wie werden wir hineinkommen in die große Reserve der S tarn-Juden,, die noch nicht erfaßt ist und die doch ungeheuer viel größer ist als die Zahl der organisierten Zionisten? Ich glaube, wir müssen uns in einem Punkt umstellen, der uns sehr geläufig ist. Wenn wir mit Nichtzionisten sprechen, da kommt das Wort „Primat Palästinas" sehr leicht von unseren Lippen. Aber was bedeutet Primat Palästinas für uns Zionisten? Es muß doch bedeuten das Primat der direkten Aktion für Palästina über alle anderen nationalen Forderungen,, nicht nur im Quantum der Arbeit, sondern in der Einschätzung der Arbeit. Keren Hajessod-Arbeit ist schwarze Arbeit. Schwarze Arbeit, das ist überall die Arbeit des Pioniers. Sie ist das Zeichen des Pioniertums. Sie ist auch das Zeichen des Pionierfonds, und ich kann Ihnen nicht versprechen, daß jemals: die Arbeit des zionistischen Askan, des zionistischen Delegierten und Instruktors anderes sein wird als schwere Arbeit. Aber der Pionier legt den Samen in den Boden, die Ernte sieht er nicht immer. Er legt den Grundstein, nicht immer bezieht er das Haus. Er baut die Straße, andere ziehen auf ihr nach Jerusalem. Er nimmt die Zeichnung des Keren Hajessod, er sammelt das Geld. Andere übersiedeln nach Erez Israel. So ist auch der aktive Keren Hajessod-Arbeiter ein Keren Hajessod-Chaluz. Auch er bringt Opfer, Opfer an Zeit, Opfer an Geld, aber noch viel mehr Opfer an zionistischen Wünschen. Er muß seine zionistischen Interessen unterordnen und einordnen nach ihrer Bedeutung für die direkte Aktion für Palästina. Auch er kennt die Bedeutung der zionistischen Arbeit in den Kehilloth. Auch er kennt und weiß, was nationale jüdische Arbeit in der Stadtgemeinde und im Lande bedeutet. Auch er erkennt und kennt die Bedeutung hebräischer Kulturarbeit in der Diaspora. Aber er bringt das Opfer seiner Gefühle. Er ordnet alles das ein nach seiner Bedeutung: gegenüber der direkten Aktion für Palästina. Wir müssen lernen, die schwarze Arbeit des Keren Hajessod in diesem Lichte zu sehen. Wir müssen den richtigen Weg finden und die richtige Form, um allen Seiten unserer Arbeit ihren Platz zu geben, aber in richtiger Proportion zum Pioniertum des Chaluz und dem Pioniertum des Keren Hajessod. Dann wird der freiwillige Mitarbeiter — und es gibt in jeder Stadt der Welt die wunderbarsten Zionisten und die wunderbarsten freiwilligen Mitarbeiter des Keren Hajessod, nur nicht genug — dann wird der freiwillige Mitarbeiter, der Delegierte und noch mehr der Instruktor des Keren Hajessod, der heute in einer entsagungsvollen Arbeit, in einer Welt von Anfeindungen seine schwarze Arbeit führen muß, wissen, wo> er steht, wo er sich einzuordnen hat, und welches der Preis ist, der ihm gezahlt wird für seine zionistische Arbeit — nicht sein Gehalt, sondern die Anerkennung der Besten seines Volkes. In schwierigen Zeiten spricht man viel von der Technik der Arbeit. Gewiß: Technik und Organisation sind die größten Hilfsmittel, aber das feste Fundament des Keren Hajessod ist die nationale Ideologie. Jede Generation muß sich ihren Zionismus von neuem schaffen und nur in einer solchen ständig sich erneuernden Atmosphäre jüdischen nationalen Denkens können Technik und Organisation die Aufgaben bewältigen, die Palästina stellt. Und