Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 101)
- Language
- German, English, Hebrew
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98 4- Kongreß-Sitzung: Referat über Leistungen und Aufgaben des K.H. Palästina fühlt das. Und das ist der letzte Grund dafür, warum die öffentliche Meinung in Palästina in diesen letzten schweren Monaten zwei Dinge begriffen hat: die großen Gehaltskürzungen und die Entlassungen, welche zu sehr schweren Folgen für die Betroffenen führen. Jeder von uns fühlt, wie schwer solche Entschlüsse für den Jischuw sind. Aber wir dürfen uns damit noch nicht zufrieden geben. Wir müssen versuchen, eine Anpassung der Verhältnisse in Palästina an die Verarmung der Welt herbeizuführen, und mir scheint, dieser Weg liegt nicht etwa in der Herabdrückung des Standard of life auf ein unerträgliches Maß, sondern darin, daß wir allgemeine Vorkehrungen treffen, welche das Leben des jüdischen Bürgers in Palästina erleichtern und ihm die Möglichkeit geben, auch weiterhin ein kulturelles Leben zu führen. In solchen Zeiten der Verarmung spielen natürlich auch die Unkosten einer Sammlung eine große Rolle. Das Direktorium des Keren Hajessod hat alle Mittel ergriffen, um diese Unkosten herabzudrücken. Natürlich darf das nicht so weit gehen, daß die Voraussetzungen der Sammlungen erschüttert werden. Es gibt einen Faktor, der außerordentliches leisten könnte: wenn wir in dieser Zeit der Krisis auf eine stärkere aktive Hilfe der zionistischen Welt rechnen könnten. Der Keren Hajessod kann nie eine ungenügende Leistung der Organisation ersetzen. Er ist keine Bewegung, er ist nur Sammlung. Seine Grundlage ist der Palästinagedanke. Er braucht eine ideologische Bewegung und nur in ihrem Rahmen und getragen von ihr kann er mit einem geringsten Maß von Spesen seine Sammlung durchführen. Bis jetzt waren wir Zionisten uns dieser Aufgabe nicht voll bewußt. Wir haben Spesen notwendig gemacht, die das Direktorium des Keren Hajessod vermeiden kann, wenn es in jeder Stadt die bereitwillige, freiwillige Mitarbeit der zionistischen Bürger haben wird. Man hat uns gesagt, das ewige Sammeln von Geld töte die zionistische Idee. Wo aber die zionistische Bewegung sich ihrer hohen Pflicht zu ideologischer Propaganda nicht bewußt ist, da bleibt noch die Geldforderung des Keren Hajessod die einzige Vertretung der Arbeit für Palästina. Das ist ein ungesunder Zustand, ihn kann aber nicht das Direktorium des Keren Hajessod verbessern, sondern nur wir Zionisten. Wo eine wahre Propaganda der zionistischen Idee geführt wird, da sind die Geldforderungen der Fonds nur der natürliche Ausfluß dieser Propaganda, nicht die Propaganda selbst. Zeiten von Schwierigkeiten sind auch Zeiten neuer Projekte. Wir sind absolut bereit, an allen Projekten mitzuarbeiten. Der Keren Hajessod ist ein Pionierfonds. Und nur ein solcher. Aber mit dem Pionier kommt der Einwanderer und das Privatkapital. Der Keren Hajessod hat ihm die Wege geebnet, hat die Hypothekenbank geschaffen, die Gründung der Palestine Electric Corporation ermöglicht. Er kann aber nicht alles schaffen, sondern nur vorbereiten. Auch der K.H. verlangt daher den Ausbau weiterer Institutionen in Palästina, kann aber nicht damit einverstanden sein, wenn Pionierfondskapital für andere Zwecke in Anspruch genommen wird. Wir brauchen neue Wege. Sie müssen aber zu neuen Mitteln, zu neuen Geldquellen führen. Unter diesem Gesichtspunkt müssen die Projekte geprüft werden. Neue Mittel sind in diesem Moment nicht kurzfristige Anleihen. Was man an kurzfristigen Anleihen tun kann, ist zur Genüge und mehr als zur Genüge getan worden. Wir brauchen eine langfristige Anleihe, um die Verpflichtungen auf einen längeren Zeitraum zu verteilen. Darüber hinaus