Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 100)
- Language
- German, English, Hebrew
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Hantke 97 und heutigen Auffassungen angepaßt, wieder eine Institution einer jährlichen Steuer einführen, nicht nur proklamieren, sondern auch durchsetzen konnten — eine Institution, welche wie damals Diaspora und Zentrum als Glieder eines nationalen Gemeinwesens verbindet. Und dieser zentrale Steuerfonds ist nicht nur zweckmäßig, sondern auch notwendig. Wir sind sehr stolz darauf, daß einige Männer unseres Stammes wie Pioniere große Geldmittel in Palästina investiert haben. Wir sind stolz darauf, daß aus unserer Mitte einige große Gesellschaften hervorgingen, die als Pioniere in Palästina arbeiten. Aber überall in der Welt ist Pionierarbeit Arbeit der Masse. Die Pioniere steigen aus der Tiefe des Volkes. Ihrer Arbeit parallel und gleichzeitig Fundament für ihre Arbeit ist der Keren Hajessod, der Pionierfonds, der dem Kapital die Wege nach Palästina ebnet. So sieht die Masse der Keren Hajessod-Zeichner ihren Fonds, und deswegen gibt der Zeichner dem Keren Hajessod als dem Staatsfonds, dem Pionierfonds, als dem Symbol der ideellen Bürgerpflicht gegenüber dem nationalen Heim. Der Keren Hajessod ist ein populärer Fonds, viel populärer als manche Führer im Zionismus wahr haben wollen. Wir haben das bei der Feier seines zehnjährigen Bestandes gesehen. Die gesamte jüdische Presse hat diesen Moment festgehalten. Es war ein Tag freudiger Befriedigung, nicht etwa ein Tag, an dem man sich einer schweren Steuerlast bewußt wird. Schon das Jahr 5690 brachte uns einen Rückgang der Sammlung. Er war noch verdeckt durch, die große Einnahme des Hilfsfonds. Das Jahr 5691 zeigte den Rückgang ganz klar. Es würde der Würde dieses Kongresses nicht entsprechen, wenn wir den Tatsachen nicht fest ins Auge sähen. 25 Prozent beträgt der Rückgang der Sammlung. Aber wenn ich diese Tatsachen nicht vom Standpunkt des Budgets betrachte, sondern vom Standpunkt des Steuerzahlers, dann sieht die Sache anders aus. Wer heute statt hundert fünfundsiebzig gibt, gibt nicht weniger, als er vor zwei Jahren gegeben hat. Die Weit ist ärmer geworden. Dieser Rückgang ist keine Krisis des Keren Hajessod- Gedankens. Er ist die notwendige Konsequenz der Verarmung der Welt. Und würden wir diese 75 Prozent überall in der Welt bekommen haben, so würde niemand von einem krisenhaften Rückgang sprechen können. Aber das ist leider nicht der Fall. Wir sind stolz darauf und zufrieden damit, daß die kanadischen Juden so viel für den Keren Kajemeth gegeben haben. Aber für den Keren Hajessod ist seit Oktober 1929 nichts eingegangen. Und das ist eine schwere Lücke. Die Juden der Vereinigten Staaten von Amerika haben weniger als die Hälfte von dem gegeben, was sie früher gegeben haben. Amerika ist das größte Land der jüdischen Welt und hat wohl auch die wohlhabendste Judenheit. Und deswegen geht dies die gesamte jüdische Öffentlichkeit an. Ich glaube, wir müssen zusammen mit unseren Gesinnungsgenossen aus Amerika prüfen, inwiefern die Katastrophe Qründe hat, die in der Machtsphäre der zionistischen Welt liegen. Und wenn dies der Fall ist, dann werden wir Wege aus dieser Situation finden. Ich fürchte, daß wir wohl noch mit zwei Jahren rechnen müssen, in denen die große Masse unserer Zeichner nicht die Möglichkeit haben wird, ihre Steuer für Palästina wieder zur alten Höhe zu erheben. Wir müssen mit einer verkleinerten Steuer rechnen. Was kann man tun, um die Nachteile dieser Tatsache für Palästina auszuschalten? 7