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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 91

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 91 (sequence 94)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Ussischkin 91 Welt den Juden beschuldigt, daß er immer die höheren Formen des Lebens bevorzugt, aber daß er kein gewöhnlicher Arbeiter und kein Bodenarbeiter sei; wollen Sie, daß wir, wenn wir unser Land aufbauen, gerade diese Formen, deren Sie uns beschuldigen, ins Land bringen sollen? Ist es nicht der höchste Idealismus, welcher von den Menschen fordert, nicht Bankiers und Professoren zu sein, sondern schwere jüdische Arbeit zu leisten? Darum muß jetzt von diesem Kongreß das richtige Wort gesprochen werden über die zwei wichtigsten Prinzipien des Nationalfondes. Der Kongreß muß zeigen, daß alle diese Berichte und Erklärungen den festen Willen und die sichere Uberzeugung nicht erschüttern werden, daß das jüdische Land vom Jüdischen Nationalfonds auf nationalem Boden mit jüdischen Händen und jüdischem Schweiß gebaut werden wird (Beifall). In Erez Israel hat sofort nach dem Weißbuch mit seinen Attacken gegen den Nationalfonds spontan eine Massensammlung eingesetzt, und dieses arme, schwer kämpfende Land hat trotz seiner Schwierigkeiten in wenigen Wochen eine Summe von 2500 Pfund zum Beweis seiner Verbundenheit mit dem K.K.L. abgeliefert. Ich schlage Ihnen vor, folgende Resolution anzunehmen: 1. Die Grundprinzipien des Keren Kajemeth Lejisrael — die Unveräußerlichkeit des aus den Spenden der Juden durch ihn erworbenen Grund und Bodens, wie auch das im Pachtvertrag festgelegte Prinzip der jüdischen Arbeit — sind für das Gelingen des jüdischen Werkes in Palästina unerläßlich. Die Zionistische Organisation hält daher an diesen Prinzipien fest, und der Kongreß lehnt die von Sir John Hope Simpson an ihnen geübte Kritik entschieden ab. Das System des Keren Kajemeth entspricht den fortschrittlichen Idealen der Menschheit, denn es beruht auf sozialer Gerechtigkeit, die eine gerechte Verteilung des Bodens unter diejenigen, die ihn bearbeiten, eine intensive Nutzung des Bodens, Hebung der gesamten Volkswirtschaft des Landes und Wahrung der Interessen der Gemeinschaft als Obereigentümers des Bodens erstrebt. Diese Resolution ist eine rein prinzipielle Erklärung. Ihren Inhalt aber muß man nicht nur den Nichtjuden, sondern auch den Juden, vielleicht auch den Zionisten deutlich sagen. Wir stehen in einem Kampf auf Tod und Leben, und der Teil wird siegen, 'der mehr Kräfte und Ergebenheit für die Sache aufzubringen imstande ist. Es ist jetzt ungeheuer schwer, Boden zu kaufen, es ist noch schwerer, den gekauften Boden in die Hand zu bekommen. Wir haben den Rechtstitel auf den Boden von Wadi Chawarith vor eineinhalb Jahren bekommen, nachdem wir ihn schon lange vorher durch die Spenden der kanadischen Juden gekauft hatten. Welche Schwierigkeiten, wieviel Geld hat es gekostet, zur Besiedlung überzugehen! Es gibt in Palästina noch englische Richter, die nicht Politik betreiben, sondern Recht sprechen. Erst jetzt ist es möglich gewesen, den Boden zu okkupieren, und er ist heute unter dem jüdischen Pflug (Starker Beifall). Es wird von Tag zu Tag schwerer. Wenn Brodetsky vorher von den Hoffnungen gesprochen hat, die wir an den MacDonald-Brief knüpfen, so muß ich Sie an die neue Pächterverordnung erinnern, die vor einigen Wochen erschienen ist. Und erinnern Sie sich, Freund Brodetsky, was der MacDonald-Brief über die jüdische Arbeit in den jüdischen Betrieben sagt. Das Recht auf jüdische Arbeit wird anerkannt, aber nicht ohne die Einschränkung, daß die Frage, wenn sich in der Zukunft Schwierigkeiten zeigen sollten, noch einmal behandelt werden muß. Die Not ist nicht kleiner geworden, die Möglichkeiten, die es noch gibt,

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