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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 87

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 87 (sequence 90)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--7895-3484044
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Brodetsky 87 erst richtig definiert, und wenn eine neue Untersuchung angestellt wird, wie es die Regierung versprochen hat, wird die Ziffer so niedrig ausfallen, daß das Problem aus der Diskussion schwinden muß. Damit ist natürlich auch der Umsiedlungsplan gefallen. Das allein beweist schon die Bedeutung des Dokumentes. Aber der Brief zeigt auch andere positive Möglichkeiten in Bezug auf die Immigration, die Staatsländereien, die Beschäftigung bei öffentlichen Arbeiten usw. Gewiß geben einige Vorfälle der letzten Zeit noch Nachklänge der Weißbuch-Politik, niemand aber durfte annehmen, daß das Erscheinen des Briefes schon am 14. Februar eine sofortige Änderung herbeiführen werde. Um es noch einmal nachdrücklich zusammenzufassen: der Brief hat viele Gefahren gebannt und viele Chancen eröffnet. Aber wir haben sie in Realitäten umzuwandeln. Ich komme jetzt zur vierten Periode. Im Februar 1931, als der MacDonald- Brief erschien, war der sogenannte erste Teil der Verhandlungen zu Ende. Man sprach von einem zweiten Teil der Verhandlungen und es herrschte der Eindruck vor, daß dieselbe Kabinettskommission, welche mit uns verhandelt hatte, nach dem Erscheinen des MacDonald-Briefes wieder mit uns zusammentreten werde, um über die noch offen gebliebenen Fragen, die nicht im MacDonald- Brief erwähnt sind, weiter zu verhandeln, wie z. B. die Frage der Verfassung in Palästina und die große Frage des Entwicklungsplanes, die in sich auch andere Fragen der zionistischen Politik enthält. Diese weitere Zusammenarbeit mit der Kabinettskommission kam aber nicht zustande, und die Regierung hat im Februar beschlossen, eine spezielle Kommission von Vertretern verschiedener Departements zu ernennen, um mit uns über die Frage des Entwicklungsplanes zu verhandeln. Diese Kommission umfaßt Vertreter des Kolonialamtes und des Schatzamtes und auch zwei weitere Herren, Craigie Aitchison und Malcolm MacDonald, deren Namen Ihnen wohl bekannt sind. Es entstand nun die Frage, ob wir den Entwicklungsplan sofort diskutieren oder warten sollten, bis Dr. Weizmann Gelegenheit haben würde, Palästina zu besuchen, um dort das Problem mit Vertretern der Juden und der Regierung zu erörtern. Wir entschieden uns dafür, die Rückkehr Weizmanns abzuwarten. Inzwischen kam das Ereignis der Einladung an die arabischen Führer, eine Delegation nach London zur Verhandlung über den Entwicklungsplan zu entsenden. Ich brauche nicht an die vier Bedingungen zu erinnern, welche die Araber für ihre Teilnahme an den Verhandlungen stellten, ich will nur auf eine Tatsache hinweisen, die in der jüdischen Presse fast gar keine Beachtung fand. Die jüdische Presse teilte in aller Deutlichkeit mit, daß die Araber jene Bedingungen stellten, doch wurde nicht genügend unterstrichen, daß auf eine Anfrage im Parlament, die Sir Norman Angell gestellt hatte, die Regierung offiziell erklärte, daß die Bedingungen der Araber unannehmbar seien. Diese offizielle Erklärung ist wichtig. Die Frage der Bereitwilligkeit der Araber, nach London zu kommen, wurde von den Arabern selbst entschieden, da sie erklärten, sie wollten nicht in London, sondern in Jerusalem verhandeln, sie wollten auch nicht mit den Juden verhandeln. Als dieser Beschluß der Araber bekannt wurde, setzte die englische Regierung den Termin des Zusammentrittes der vorhin erwähnten Kommission mit den Delegierten der Jewish Agency fest. Es fanden zwei Sitzungen, am 22. und 29. April, statt. Es ist nicht möglich, auf Einzelheiten dieser Besprechungen einzugehen, aber ich will in allgemeinen Zügen einen Überblick über das geben.

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