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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 85

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 85 (sequence 88)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--7893-3484042
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Brodetsky mußte die nächste, dritte Periode beginnen, die Periode der Verhandlungen mit der Regierung auf Basis der Untersuchungen Hope Simpsons. Im September 1930 begannen wir mit der Regierung über ihre zukünftige Politik zu verhandeln. Eine neue Erscheinung trat dabei auf, die Regierung zeigte nämlich keine große Vorliebe für diese Diskussion. Dr. Weizmann verlangte, daß Passfield mit ihm die zukünftige Politik der Regierung noch vorher diskutiere, und anfangs Oktober sprach er einige Male mit dem Kolonialsekretär und bekam so einen Eindruck von den Absichten der Regierung. Es muß festgestellt werden, daß das keine eigentlichen Unterredungen waren. Die Regierung stellte sich anscheinend auf den Standpunkt, daß die Bestimmung der Politik ihre, nicht unsere Sache sei. Endlich erschien das Weißbuch zusammen mit dem Bericht Simpsons und der Resignation Weizmanns. Es fragt sich, was für einen Eindruck das alles in England machte. Ich glaube, daß die. öffentliche Meinung in England durch das Weißbuch und die Demission Weizmanns tief erschüttert wurde. Was um jene Zeit in England geschah, z. B. der Brief von Baldwin, Chamberlain und Amery und der Brief von Hailsham und Simon, war nicht zufällig, sondern stand in innigem Zusammenhang mit unserer politischen Arbeit. Die Regierung fühlte, daß in den politisch einflußreichen Kreisen die Meinung herrsche, daß das Weißbuch nicht im Einklang mit dem Mandat stehe. Man sagt oft bei uns, man solle zwischen der Regierung und dem englischen Volke unterscheiden. Man könne die Regierung angreifen, ohne antibritisch zu sein. Das ist vielleicht theoretisch und einigermaßen auch praktisch möglich. Ich glaube aber, daß es wenig Länder gibt, wo die jeweilige Regierung so eng mit der öffentlichen Meinung verbunden ist wie in England. Die Regierung an und für sich kann die einer Partei sein. Das sagt aber nicht, daß die andern Parteien unbedingt mit einem Angriff auf die Regierung zufrieden sind, besonders wenn dieser von außenstehenden Faktoren ausgeht. So war es nach dem Bericht der Mandatskommission und unseren Protesten, die zwar einen starken Eindruck auf das englische Volk machten, aber auch eine gewisse Unzufriedenheit hervorriefen. Die Regierung hat sich damit entschuldigt, daß man das Weißbuch nicht verstanden habe. Sie hat aber eingesehen, daß ein Dokument, das fast alle Juden und Araber und Engländer mißverstehen, nicht sehr deutlich geschrieben sein kann. Und so kam es zu der Einladung, die Fragen des Weißbuches mit einer Kabinettskommission zu diskutieren. Dies bedeutet, daß man das Problem Palästina zeitweilig der Kompetenz des Colonial Office entzog. Das war ein sehr scharfer Schritt gegen das Colonial Office, und wir haben seit jener Zeit bei Verhandlungen mit dem Colonial Office sehr oft den Effekt dieses Schrittes gefühlt. Es sind sechs Sitzungen dieser Kabinetts-Kommission abgehalten worden, außerdem haben zrwei Subkommissionen verschiedene Teilfragen behandelt. Wir hatten Gelegenheit, die ganze zionistische Frage und das jüdische Problem aufzurollen. Von Zeit zu Zeit wurden uns Erklärungs-Entwürfe der Regierung vorgelegt. Als der Brief an Herrn Dr. Weizmann, welcher die Einladung zu dieser Diskussion enthielt, eintraf, tagte gerade das Aktionskomitee und die Politische Kommission der Agency in London. Die Korrespondenz wurde der Tagung vorgelegt und sowohl das Aktionskomitee wie die Politische Kommission der Agency haben Weizmann aufgefordert, die Einladung anzu-

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