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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 78

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 78 (sequence 81)
Language
German, English, Hebrew
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78 2. Kongreß-Sitzung: Referat über zionistische Politik der Agency zu einem wirklich leistungsfähigen Instrument zu machen. Der Rückschlag, den sie in den frühen Tagen ihrer Begründung zu erleiden hatte, hat ihre Wirksamkeit natürlich stark beeinträchtigt. Eine sorgfältige Behandlung und gewissenhafte Pflege der in ihr ruhenden Kräfte und Möglichkeiten wird jetzt nötig sein, bevor man hoffen kann, daß es ihr gelingen wird, durch Geduld und Vertrauen den Kreis ihrer Anhänger zu erweitern und neue Kräfte und Sympathien der Sache des Aufbaus Palästinas zuzuführen. Es mag wie eitles Gedankenspiel erscheinen, sich zu fragen, ob die Lage nicht jetzt eine bessere wäre, hätten wir uns die bitteren Parteikämpfe erspart, die um die Agency herum fünf Jahre gewährt haben. Vielleicht, wenn es uns geglückt wäre, sie drei oder vier Jahre früher zu verwirklichen, wäre sie jetzt imstande gewesen, wirksamer und nachdrücklicher dem Ansturm der Schicksalsschläge standzuhalten, die die letzten zwei Jahre über uns gebracht haben. Wenn man auf die letzten zwei Jahre zurückblickt, kann man eines mit Gewißheit sagen: die nichtzionistischen Mitglieder haben sich auf politischem Gebiete als ein starker Pfeiler erwiesen; sie haben uns aufrichtig und weitherzig in unseren politischen Kämpfen unterstützt. Es ist das finanzielle Gebiet, wo leider unsere Erwartungen viel weniger in Erfüllung gegangen sind. Der Kongreß wird eine ehrliche Anstrengung zu machen haben, um unseren Partnern in der Agency zu helfen, ihre Anhänger zusammenzuschließen und die beiden Gruppen zu einem harmonischen Ganzen im Dienste des palästinensischen Aufbaus zu gestalten. Es ist meine Pflicht, Ihnen zu sagen, daß ein anderer Weg verhängnisvoll wäre für unser Werk in Palästina und indirekt für die Wohlfahrt der Zionistischen Organisation. KÜNFTIGES PROGRAMM. Ich habe mich bemüht, der Situation, der wir gegenüberstehen, gerade und ehrlich ins Gesicht zu sehen. Meine Achtung für mein Volk, mein Glaube an die Gerechtigkeit unserer Sache und ein tiefes Gefühl für Verantwortung gestatten mir nicht, in Phantasien zu schwelgen oder eine abenteuerliche Politik anzuregen, die nur zu bitteren Enttäuschungen führen kann. Statt Luftgebilden nachzuhängen und unsere Energien im fruchtlosen Kampf mit Schatten zu verschwenden, wollen wir doch unsere Anstrengungen darauf vereinen, was im Bereiche des Möglichen, was greifbar und erreichbar ist — vor allem auf die Befestigung des Werkes, das wir bereits in Palästina begonnen haben. Unsere Experten sagen uns, und unsere eigene * Erfahrung, die wir in den letzten zwei Jahren in Palästina gewonnen haben, bestätigt diese Meinung — daß es in Palästina noch Raum genug gibt für mindestens 50.000 jüdische landwirtschaftliche Familien, ohne daß man die legitimen Interessen der arabischen Bevölkerung irgendwie berührt. Es ist unsere vornehmste und dringendste Pflicht, unsere kolonisatorische Tätigkeit so zu entfalten, daß die Ansiedlung dieser Familien ermöglicht wird. Zur Verwirklichung dieses Planes ist es notwendig, daß die beiden Fonds gestärkt werden und daß die Organisation der Agency weiter entwickelt wird, um immer breitere Schichten der Judenheit zu umfassen. Noch nachdrücklicher müßte dieser Ansiedlungsplan gefördert werden durch eine jüdische Anleihe für Anlagen in Palästina oder eine andere, großzügige Form der Finanzierung — eine Aufgabe, die die Agency in naher Zukunft zu lösen haben wird.

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