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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 76

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 76 (sequence 79)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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7* 2. Kongreß-Sitzung: Referat über zionistische Politik bische Problem ignoriert oder mich für die Sicherheit des jüdischen Nationalheims auf die britischen Bajonette verlassen zu haben. Ich glaube, ich kann in aller Bescheidenheit sagen, daß ich es war, der das arabische Problem in den Vordergrund zionistischer Politik gerückt hat. Mitten im Kriege, als eine siegreiche englische Armee Palästina besetzt hielt, als die Balfour-Deklaration und die Erklärungen der alliierten Regierungen uns aktive Unterstützung zugesagt hatten, noch dazu zu einer Zeit, als die Versuchung nahelag, die Unterstützung der europäischen Mächte für vollkommen genügend anzusehen, hielt ich es für eine der ersten Pflichten der Zionistischen Kommission in Palästina, eine direkte Beziehung mit den arabischen Völkern herzustellen. Bereits in jenen Tagen traf ich mich mit dem Manne, der damals der Führer der arabischen Freiheitsbewegung war, mit Emir Feisal, jetzigem König von Iraq. Wir haben schließlich mit ihm einen Freundschaftsvertrag geschlossen, dem wir, glaube ich sagen zu dürfen, bis auf den heutigen Tag treu geblieben sind. Das ist viele Jahre her, aber in all den Jahren, die folgten, habe ich niemals eine Gelegenheit, wann und wo immer sie sich bot, sei es in Palästina, in London oder sonstwo, versäumt, um mit arabischen und moslemitischen Führern in Verbindung zu treten und alle Möglichkeiten einer Kooperation zu prüfen. Der Tadel wegen des dürftigen Erfolges dieser Bemühungen trifft nicht mich, jedenfalls nicht mich allein. Heute, wo eine so große Verbitterung herrscht und die Atmosphäre so vergiftet ist, ist es schwer, von den Mitteln zu sprechen, durch.die das Ziel einer friedlichen Kooperation mit den Arabern erreicht werden könnte; aber eine Sache scheint mir vollkommen klar zu sein: die Araber müssen fühlen und müssen überzeugt werden durch Tat und durch Wort, daß, welches immer das künftige numerische Verhältnis der beiden Völker in Palästina sein mag, wir für unsern Teil keine politische Beherrschung planen; aber sie müssen auch dessen eingedenk sein, daß wir unsererseits uns niemals einer politischen Herrschaft unterwerfen werden (Lebhafter Beifall). Unter der selbstverständlichen Voraussetzung der Geltung und Anerkennung des Mandats wünschen wir eine Verständigung zwischen zwei alten, miteinander verwandten Rassen auf dem Grunde politischer Parität. Es ist unsere Pflicht, unsere Ziele und Ideale klar und ohne Zweideutigkeit den arabischen Völkern zu erklären und keine Gelegenheit zu versäumen, mit ihnen in Beziehung zu treten und eine gemeinsame Verständigung herbeizuführen. Einen solchen Verbindungsweg besitzen wir bereits in unseren sephardischen Gemeinden, die durch Bande der Sprache und Sitte vielfach mit dem arabischen Volke verknüpft sind, unter dem sie solange gelebt haben. Nur auf diesem Wege wird es uns gelingen, mit den arabischen Völkern, die selbst zum Lichte streben und jetzt nach vielen Jahrhunderten wieder die politische Bühne der Welt betreten, zu einer Kooperation zu gelangen. Mit einem starken Nationalheim in Palästina, das friedlich und harmonisch aufgebaut ist, dürfen wir auch erwarten, in Zusammenarbeit mit den Arabern für jüdische Energie und jüdischen Fleiß die weiten Gebiete zu eröffnen, die zu ihrer Entwicklung Intelligenz, Initiative, Organisation und Finanzen brauchen. Wir können zum gegenseitigen Nutzen der zwei Rassen beitragen, zur Errichtung eines Gürtels blühender Lander, der sich vom Mittelmeer bis zum Indischen Ozean hinzieht, wo die beiden Rassen, die einst zusammen an der Wiege der Kultur standen, in Frieden und Harmonie zusammenwirken können. Das ist sicherlich ein Ideal, einer alten Rasse wert, es ist nicht nur Zionismus im engeren

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