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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 73

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 73 (sequence 76)
Language
German, English, Hebrew
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Weizmann 73 als Illusion erweisen würde. Ohne die Spatenarbeit der Chaluzim, ohne ihren sittlichen und geistigen Drang, wäre es eitel zu erhoffen, daß sich aus dem jetzigen Kern ein in sich selbst geschlossenes, sich selbt erhaltendes Wirtschaftsgebilde entwickeln wird. Dieses Feuer des Pioniertums glüht noch immer, und ich hoffe, es wird nie verglimmen. Noch warten Sümpfe darauf, von unseren Pionieren getrocknet, Hügelgelände und Dünen bepflanzt, Wüstland aufgeschlossen, Felsen gesprengt und Straßen von ihnen gebaut zu werden. Das erfordert einen gewaltigen Aufwand physischer Kraft, das verlangt Geld, Opfer, Selbst-Disziplin und unerschütterliche Hingebung an ein Ideal. Die Stimme Jakobs ist dafür nicht genug — auch die Hände Jakobs müssen arbeiten. Es ist unter der Würde einer Nation, von anderen zu erwarten, daß sie diese mächtige Anstrengung für sie machen. Die Chaluzim sind eine große bewegende Kraft, aber diese Kraft kann nur geleitet werden von Menschen, die mit ihr in Sympathie verbunden sind, die die geistigen und moralischen Aspirationen ihrer Gefolgschaft verstehen. Nur wenn diese Menschen eine wirkliche Einschätzung des chaluzischen Dranges nach Gerechtigkeit, Freiheit und Unabhängigkeit mitbringen, werden die Chaluzim, wie sie es sein sollen und müssen, die letzte Unze ihrer Kraft und Energie für das Werk hergeben, an das sie ihre Hände gelegt haben. Diese bewegende Kraft der Chaluzim darf nicht vergeudet werden, weil das lebenswichtige Element für den Aufbau des nationalen Heimes ihnen versagt wird. Dieses Element ist nationale Kolonisation, und nationale Kolonisation erfordert große Mittel von außen. Ich nannte es ein lebenswichtiges Element, und das ist es ebenso für den Aufbau des nationalen Heimes wie für die Erhaltung des Chaluz-Typus und des Chaluz-Geistes, denn der Chaluz wird sich nicht damit abfinden — und soll es auch nicht — für immer ein Lohnarbeiter zu bleiben. Wenn er keine Hoffnung sieht, sich jemals dauernd auf dem Boden ansiedeln zu können, wird die bewegende Kraft ihn allmählich verlassen, und ohne die Arbeit der Chaluzim kann auch privates Kapital in Palästina nicht zu seinem vollen Nutzen und zum Nutzen der Bewegung verwandt werden. Wie die Dinge heute stehen, entfaltet sich die Privat-Initiative in der Landwirtschaft ausschließlich in einer Richtung, nämlich auf dem Gebiete der Orangenpflanzungen, während andere Zweige der Agrikultur in Palästina, wenn sie auch Brot für den arbeitenden Chaluz bringen können, bis jetzt wenigstens keinen angemessenen Ertrag für privates Kapital ergeben können. Das nationale Heim aber kann nicht in der Orangen-Zone allein aufgebaut werden, die nur einen kleinen Teil von Palästina, wenn auch einen sehr bedeutenden, darstellt. Das ist der Punkt, wo die Verfechter der ausschließlichen „Business-Grundlage" in der Einschätzung der palästinensischen Wirklichkeit versagen. Sehr oft begehen die sogenannten Geschäftsmänner, so kompetent auch ihr Urteil über Bank-Geschäfte oder den Effekten-Markt in ihren eigenen Ländern sein mag, den schweren Irrtum, ihre Kenntnis und oft reiche Erfahrung ohne weiteres auf palästinensische Bedingungen zu übertragen, die grundlegend verschieden sind von den Bedingungen in den Ländern, in denen sie leben. Sie vergessen manchmal die sehr bedeutsame Wahrheit, daß wir mitten im Kriege stehen nicht gegen menschliche Wesen, sondern gegen störrische Kräfte der Natur; ein Krieg, der nicht mit Kanonen und Sprenggeschossen, sondern mit dem Pflug und dem Meißel geführt wird. Was wären die Aussichten eines Generals in der Schlacht, dessen

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