Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 73)
- Language
- German, English, Hebrew
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jo 2. Kongreß-Sitzung: Referat über zionistische Politik seiner Grundlage unternommen worden wären, würden sich nicht mehr gutmachen lassen, auch nicht durch die Mitwirkung der aufrichtigsten Verfechter der Mandatspolitik (Zwischenruf STRICKER: „Sie sind doch schon zur Tatsache geworden!"). Oder — die andere Alternative — unsere Freunde im englischen Unterhaus würden am Ende der Palästina-Debatte eine Abstimmung: über die Frage des Weißbuches zu erzwingen gehabt haben. Eine solche Abstimmung wäre für uns im höchsten Maße verderblich gewesen, was immer ihr Ergebnis gewesen wäre. Denn hätte sich eine noch so kleine Mehrheit für das Weißbuch ergeben, so hätte es damit die Sanktion des Parlaments erhalten. Wäre aber die Regierung in der Frage des Weißbuches geschlagen worden, so würde eine solche Niederlage die großen Massen der Arbeiterpartei gegen uns gekehrt haben, und Palästina wäre in Westminster zu einer Parteifrage geworden. Sogar viele Mitglieder der Arbeiter-Partei, die uns jetzt freundlich gesinnt sind, würden eine solche Niederlage sehr bitter empfunden haben, besonders wenn sieerfolgt wäre, nachdem und weil wir die Wiedergutmachung abgelehnt hätten, die uns durch die Einladung der Regierung, an einer Kabinett-Konferenz teilzunehmen, geboten worden war. Unter diesen Umständen war die einzig vernünftige Stellungnahme, die für uns gegeben war, die Annahme der Regierungseinladung. In der Stunde der höchsten Gefahr haben unsere Freunde unter den englischen Konservativen und Liberalen ihre Stimme für uns erhoben. Es sprachen aber nicht nur Männer aus ihren Reihen; das Gewissen Englands meldete sich zum Wort, und es sprach. auch durch den Mund von Mitgliedern der Arbeiterpartei. Es erhob seine Stimme sogar in der Mitte der Regierung. Zwar bestand formell eine kollektive Verantwortung der Regierung für das Weißbuch, aber in Wahrheit war es doch nicht so. Die Zeit ist noch nicht gekommen, wo wir auf die Einzelheiten dieses noch zu frischen Stücks Geschichte eingehen können, aber diejenigen, die wissen — und eines Tages unser ganzes Volk — werden mit mir eins sein, wenn ich die Namen der Männer ehre, die den Mut hatten, gegen ein Unrecht aufzustehen und sich für ein Volk einzusetzen, das sie in keiner Weise belohnen, ja kaum ihnen danken kann. In den ersten Tagen des Novembers 1930 hätten wir die Worte wiederholen können, die bei einer anderen Gelegenheit jener große Franzose sprach:. „La verite est en marche"; und nichts hätte sie aufhalten können, es wäre denn ein tragischer Mißgriff von unserer Seite. Diesen fatalen Irrtum, geehrter Kongreß, habe ich nicht begangen, obwohl nicht wenige unter uns waren, die, nicht vertraut mit der wirklichen Situation, mich gedrängt haben, ihn zu begehen. DAS SCHREIBEN DES MINISTERPRÄSIDENTEN VOM 13. FEBRUAR 1931. Das Ergebnis der Konferenzen, die unserer Annahme der Einladung des; Ministerpräsidenten folgten, war das Schreiben, das er am 13. Februar an mich richtete und das am gleichen Tage im englischen Unterhaus in Beantwortung einer Anfrage zur Verlesung gelangte. Sein Text ist Ihnen allen bekannt, und ich will mich darauf beschränken, Bemerkungen zu einem oder dem anderen Punkte zu machen, die mir wichtig erscheinen. Zunächst mit Bezug auf die Frage des Status des neuen Dokuments. Ich hatte die Frage nach dem formellen Charakter, den das Schreiben haben würde,, bereits in den Diskussionen mit dem Kabinettsrat aufgeworfen und erhielt die