Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 69)
- Language
- German, English, Hebrew
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66 2. Kongreß-Sitzung: Referat über zionistische Politik ging in der Richtung einschränkender Definition. Es soll zugegeben werden, daß es uns zu Schritten veranlaßte, die wir lieber vermieden hätten, aber die Sachlage wurde mit uns ausführlich besprochen, und im Hinblick auf alle Umstände, unsere eigenen Schwierigkeiten in der Ausführung unseres Werkes und die Schwierigkeiten der Regierung, nahmen wir die Definition der Politik des jüdischen Nationalheims, wie sie im ChurchilFschen Weißbuch enthalten ist, an. Wir wußten, daß dieses Weißbuch unangenehme Möglichkeiten in sich schloß, dennoch nahmen wir an, weil wir dachten, daß es uns doch noch eine wirkliche Möglichkeit des Aufbaus des jüdischen nationalen Heimes in Palästina gebe. Es eröffnete uns Raum für unsere Arbeit, es erklärte ausdrücklich, daß wir von Rechts wegen und nicht aus Duldung in Palästina sind. Die einzige Begrenzung die es der Immigration auferlegt, war die gemeinverständliche der Aufnahmefähigkeit des Landes — eine Beschränkung, die wirtschaftliche Notwendigkeiten uns wohl auch sonst auferlegt hätten. Es gab uns die Freiheit, um Nordau's Worte zu gebrauchen, „so viel Land, als wir für unser Geld erwerben konnten", zu kaufen, und betonte mit Nachdruck unser Recht auf interne Autonomie und den Gebrauch von Hebräisch als einer offiziellen Sprache, und es enthielt auch eine klare Anerkennung des nationalen Charakters des Jischuw. WAS AUF BASIS DES MANDATS UND DES WEISSBUCHES VON 1922 ERREICHT WURDE. Daß uns das Mandat, wie es im Weißbuch von 1922 interpretiert ist, tatsächlich die Möglichkeiten gegeben hat, die es zu eröffnen schien, ist dargetan durch die Entwicklung unseres Werkes in Palästina in den Jahren 1922 bis 1929, während welcher Zeit die britische Politik in Palästina von diesen beiden Dokumenten geleitet war. Einem zionistischen Kongreß muß ich nicht erst die Leistungen im Einzelnen aufzählen, auf die wir uns in Palästina für diese Zeit berufen können. Ich denke, es ist keine überschätzende Zusammenfassung, wenn ich sage, daß jeder unvoreingenommene Betrachter und besonders ein solcher, der Gelegenheit hatte, Palästina, wie es heute ist, mit dem Palästina vor dem Kriege zu vergleichen, zugeben wird, daß wir etwas vollbracht haben, auf das wir stolz sein können. Man kann sagen, daß mehr hätte erreicht werden können. Ich weiß es, und niemand bedauert es lebhafter als ich, daß es nicht mehr war. Aber ich glaube, es wäre nur gerecht, zu sagen, daß es angesichts der Schwierigkeiten, die wir zu überwinden hatten, oder bei besonderer Ungunst der Umstände auch leicht hätte weniger sein können. Jedenfalls, wenn nicht mehr erreicht wurde, kann das sicherlich nicht — wozu manche oft hinneigen — ausschließlich politischen Gründen zugeschrieben werden. Wenn wir nur eine Million Dunam Land gekauft haben, wo wir vielleicht zwei hätten kaufen können, wer ist dafür verantwortlich? Sicherlich — auch wenn wir unsere Unzulänglichkeit mit in Rechnung ziehen — mit uns diejenigen,'die es trotz unserer Appelle unterlassen haben, uns mit den Mitteln zu versorgen, um diese zwei Millionen Dunam zu erwerben. Und wenn wir nur Zehn tausende von Immigranten statt einer vervielfachten Zahl ins Land gebracht haben, so trifft die Verantwortung dafür wiederum diejenigen, die den goldenen Schlüssel, der allein die Tore von Palästina allen denen, die daran pochen, hätte erschließen können, uns vorenthalten haben. Wenn das jüdische Palästina heute nicht zweimal oder fünfmal so groß ist, so waren es, ich wiederhole es, in jener Zeit kontinuierlichen Aufbaus von