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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 61

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 61 (sequence 64)
Language
German, English, Hebrew
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Weizmann 61 ureigenen Kultur, die sich entwickeln würde ohne Widerstand und Druck, ohne Duldung oder Verhinderung — gemäß unserem Wesen und Willen. „Qualitativ" würde das eine volle Lösung bedeuten, und wie zwangsläufig Qualität und Quantität umschlägt, so würde im Fortschritt der Zeit auch eine wichtige Lösung für einen beträchtlichen Teil des Problems geboten werden, das man „Judennot4C nennt. Und bereits in seinen Anfängen würde es eine Hoffnung und Erfüllung bedeuten für jene junge jüdische Generation, die damals in allen Ländern Osteuropas nur darauf wartete, erfüllt vom heißen Eifer der Pioniere, daß sich die Tore Palästinas öffneten. Ich glaube, das ist die nicht unzutreffende Abschätzung dessen, was wir Zionisten uns von der Balfour-Deklaration und dem Mandat in den Jahren vor 1922 erwarten durften. - AUSFÜHRUNG DER BALFOUR-ERKLÄRUNG UND DES MANDATS. Im Jahre 1922 traten wir dann in jene Periode ein, die man als die der Ausführung der Balfour-Deklaration und des Mandats bezeichnen kann. Selten hat ein politisches Unternehmen so schwere Anforderungen an die Ausdauer und Selbstbeherrschung der daran Beteiligten gestellt. Für beide Seiten, für uns wie für England, war das Problem eines, für das es keinen Präzedenzfall gab. Für eine britische Administration muß die Sache zunächst beinahe unverständlich gewesen sein — ganz und gar außerhalb und entgegen aller üblichen Praxis. Die Engländer sind von Natur aus Empiriker. Sie zeichnen sich aus durch das schnelle Erfassen und Einschätzen der gegebenen Tatsachen einer Situation und verstehen es, sich selbst und ihre Maßnahmen den Gesetzen anzupassen, von denen diese Situation beherrscht wird. Hier aber handelt es sich um das Problem, die Gegebenheiten einer Situation einer Idee anzupassen, und das trotz vorherrschender Gegnerschaft und um eines Ideals willen, das so groß und erstrebenswert es auch war, dennoch sich erst ganz erfüllen konnte in einer nicht leicht absehbaren Zukunft. Es konnte darum leicht geschehen, daß diese vermeintlich praktisch und nüchtern denkenden Männer nicht zum Verständnis dessen gelangten, mit was für einer Kraft sie es zu tun hatten, und daß eine solche Kraft mindestens ebenso real ist, wie manche der materiellen Mittel, die normale Völker in Bewegung setzen, um ihre politischen Ansprüche durchzusetzen. DER BALFOUR-DEKLARATION ENTGEGENWIRKENDE FAKTOREN. Die Periode der Ausführung des Mandats war notwendigerweise auch eine Periode der Anpassungen und Ausgleichungen, sowohl auf jüdischer wie auf britischer Seite. Auf britischer Seite wurde es bald deutlich, daß gerade diejenigen Faktoren, die zur Balfour-Erklärung geführt hatten, unter gewissen Umständen geeignet waren, sich gegen die Ausführung der darauf beruhenden Politik geltend zu machen. Der charakteristischen britischen Vorliebe für sogenanntes „fair playcc und einer instinktiven Zuwendung der Sympathie für die schwächere Seite ist es zuzuschreiben, daß sich in gewissen Kreisen ein Gefühl geltend machte, daß die Araber in Palästina Schutz brauchten gegen die angeblich reicheren, besser organisierten Juden. Unter der Einwirkung jenes so sehr verbreiteten Glaubens, daß alle Juden reich und mächtig sind, gelangten diese Leute nicht dazu zu bemerken, daß die überwiegende Masse des jüdischen Volkes mit

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