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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 60

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 60 (sequence 63)
Language
German, English, Hebrew
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6o 2. Kongreß-Sitzung: Referat über zionistische Politik stischer Seite davor nicht gefehlt hat, was die Folgen so maßlos übertriebener Erwartungen sein würden. Wir wußten überdies schon in jenen ersten Zeiten, daß wir nicht die alleinigen Bewohner Palästinas sein würden; weder wir noch die britische Regierung hatten die Araber vergessen, und es gehörte nicht zu unserer Auffassung von der Errichtung des jüdischen nationalen Heims, daß es den andern Bewohnern von Palästina irgendwie Schaden bringen sollte. Statt vieler Zeugnisse kann ich mich hier am besten darauf beziehen, was Achad Haam in seiner Vorrede zur englischen Ausgabe seiner Essays im Jahre 1920 geschrieben hat: „Als die Britische Regierung die Errichtung eines nationalen Heims für das jüdische Volk in Palästina zu erleichtern versprach und nicht, wie man angeregt hatte, die Etablierung Palästinas als des nationalen Heims für das jüdische Volk, waren in diesem Versprechen zwei Dinge enthalten: es bedeutete in erster Reihe die Anerkennung des historischen Rechtes des jüdischen Volkes, sein nationales Heim in Palästina zu errichten, unter der Zusicherung der Förderung durch die britische Regierung, und es bedeutete in zweiter Linie die Verneinung des Macht-Titels, sich über die Berechtigung der gegenwärtigen Landesbewohner hinwegzusetzen und das jüdische Volk zum Alleinherrscher des Landes zu machen. Das Nationalheim des jüdischen Volkes muß aufgebaut werden mit dem freien Material, das sich noch immer in Palästina selbst finden läßt, und mit dem, was die Juden von auswärts hereintragen werden oder was sie durch ihre eigene Arbeit schaffen, ohne daß sie das nationale Heim der anderen Landeseinwohner vernichten. Und da die beiden Heimstätten einander berühren und Reibungen und Interessen-Gegensätze unvermeidbar sind, besonders in der ersten Periode des Aufbaus des jüdischen nationalen Heims, für das noch nicht einmal die Grundlagen richtig gelegt sind, so verlangt diese Zusicherung notwendigerweise, obwohl es nicht ausdrücklich so gesagt ist, daß ein Schutzherr über beide Heime, also über das ganze Land ernannt wird, der darüber wacht, daß der, dem das historische Recht zusteht, zwar nichts tun darf, um die Einwohner in ihren internen Angelegenheiten zu schädigen, daß ihm aber für seinen Teil keine Hindernisse durch seinen Nachbar in den Weg gelegt werden, der gegenwärtig stärker ist als er. Und im Laufe der Zeit, wenn das neue nationale Heim voll ausgebaut sein wird und seine Bewohner nicht weniger als seine Nachbarn sich zu stützen vermögen auf das Recht, das einer großen, im Lande lebenden und arbeitenden Bevölkerung gebührt, wird es möglich sein, die Frage aufzurollen, ob die Zeit nicht gekommen ist, um die Verwaltung des Landes den „Hauseigentümern" selbst zu übergeben, sodaß sie zusammen die gemeinsamen Angelegenheiten in Billigkeit und Rechtlichkeit verwalten, entsprechend den Bedürfnissen jedes Teiles und dem Werte ihrer Leistung für die Wiederbelebung und Entwicklung des Landes." Aber wenn wir auch verstanden, daß die Zeit für eine Erlösung der großen Massen des jüdischen Volkes noch nicht da war, sahen wir doch in der Deklaration und dem Mandat die Verheißung von etwas, was an Umfang und Inhalt grundverschieden von dem ist, was manche unserer Opponenten ein „geistiges Heim" nannten. "Wir erwarteten — und waren auch berechtigt zu erwarten — nicht daß jeder Jude nun sofort in der Lage sein werde, seinen gegenwärtigen Aufenthaltsort zu verlassen und sich in Palästina niederzulassen, aber wenigstens, daß jeder Jude fühlen und wissen sollte, daß die unter uns, deren großer Wunsch es war hinzugehen und die empfanden, daß sie nur in Palästina ihre innere Befreiung und Befriedigung in der Errichtung eines nationalen Lebens in ihrer eigenen Art finden könnten, begründete Aussicht hatten, dies in einer absehbaren Zeit tun zu können. Und wir erwarteten ferner, daß die Grundlage, die wir so werden legen können, breit und stark genug sein würde, um den Oberbau einer sittlichen, intellektuellen und sozialen Kultur zu tragen, unserer

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