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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 50

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 50 (sequence 53)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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50 i. Kongreß-Sitzung: Referat über die wirtschaftliche Lage in Palästina ter verbessern, noch viele Länder als Märkte vor sich, die bisher noch nicht von ihr berührt werden. Die besten Sachverständigen bestehen darauf, daß die Anpflanzung von Orangen noch in langer Zukunft eine gute Anlage ist. Freilich sind alle Pläne für eine Vergrößerung unseres Siedlungswerkes nicht zu verwirklichen, wenn wir bei dem gegenwärtigen Stand unserer Fonds bleiben. Die Exekutive hat Herrn Dr. Arlosoroff beauftragt, nochmals eine Untersuchung darüber anzustellen und dem Kongreß ein Referat darüber zu erstatten, ob es möglich ist, die Methoden des Keren Hajessod zu verbessern oder andere finanzielle. Institutionen oder Mittel zu finden, welche eine Vergrößerung unserer Einnahmen herbeiführen. Sie werden das Referat hören. Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß die Leistungsfähigkeit des jüdischen Volkes, eines Volkes von 16 Millionen Menschen, gerade bei 250.000 Pfund erschöpft sei, gerade bei 200.000 Keren Hajessod-Zahlern eine Grenze finden soll. Das jüdische Volk hat in seinem Bestreben nach Selbsterhaltung im letzten Jahrhundert verschiedene Mittel gefunden. Es hat sich in den Ländern Westeuropas und Amerikas die Gemeindeorganisationen geschaffen, in Osteuropa hält es an der Orthodoxie fest und befestigt dadurch seine Stellung, in neuester Zeit hat es in der Gesetzgebung zum Schutze der nationalen Minderheiten ein Mittel gefunden, um seine Kultur zu behaupten. Aber ich glaube, daß alle diese Mittel, so wichtig sie sind, doch der Selbstverteidigung der Juden nicht genügen, wenn nicht in Palästina eine innere Zitadelle geschaffen wird, die stärker ist als die äußeren Wälle, und von der das Judentum in seinen verschiedenen Positionen Verstärkung bekommt. Ich bin optimistisch genug zu glauben, daß das jüdische Volk uns bisher für Palästina nur deswegen beschränkte Mittel zur Verfügung gestellt hat, weil es die Bedeutung Palästinas für seine Erhaltung noch nicht begriffen hat. Es gibt noch Millionen von Juden, die glauben, daß das jüdische Volk, das dreitausend Jahre bestanden hat, immer weiter bestehen wird, einerlei ob Palästina aufgebaut wird oder nicht. Ich denke, daß es unsere Pflicht ist, von neuem an das jüdische Volk heranzugehen und ihm zu erklären: Mit Palästina steht ihr und fallt ihr. Wir haben in den letzten Jahrzehnten oder zumindest in den letzten Jahren unter dem Druck der finanziellen Erfordernisse die Erziehungsarbeit, die Aufklärungsarbeit im Volke vernachlässigt. Wir müssen das nachholen. Wenn wir nicht größere Arbeit in Palästina leisten, so verlieren wir Möglichkeiten, die sich später nie wiederholen. Ich glaube, daß wir diesen Kongreß dazu benutzen müssen, Umschau zu halten: was kann geschehen, um das jüdische Volk für Palästina zu erwecken, ihm klar zu machen, daß Palästina im Brennpunkt aller Maßnahmen für seine Selbsterhaltung steht? Ich hoffe, daß, wenn wir uns mit Ernst dieser Aufgabe zuwenden, wir auch eine positive Antwort bekommen werden. Es ist schwer für jemand, für den der Zionismus Lebensinhalt ist, jetzt ruhig zu sein. Das Ziel scheint schon nahe, und doch besteht die Gefahr, noch vor seiner Erreichung zu stranden. Ich wende mich an Sie als die berufenen Vertreter des jüdischen Volkes: Caveant consules! Diese Zeit oder keine ist es, in der wir unsere Stellung in Palästina so ausbauen können, daß keine Macht der Welt sie wieder zerstören kann. Nutzen Sie die Zeit! (Andauernder Beifall.) Schluß der Eröffnungssitzung um 22 Uhr 55 Min. Die Delegierten und Gäste erheben sich und stimmen „Hatikivah" an.

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