Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 52)
- Language
- German, English, Hebrew
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Kuppin 49 für Orangen taugt, so ist das ein Festhalten an asiatischen Methoden gegenüber europäischen. Wir können aber nicht kolonisieren, wenn wir nicht die Möglichkeit haben, europäische Methoden anzuwenden. Sie wissen, daß als Folge des Berichts von Hope Simpson die englische Regierung den Plan gefaßt hat, zweieinhalb Millionen Pfund für die Entwicklung Palästinas als Anleihe auszugeben. Hope Simpson hat über die Frage der Verwendung dieses Anleihebetrages in seinem Berichte nur ganz vage Andeutungen gemacht. Und es war schwer, der Regierung in London klar zu machen, daß in Palästina nicht Boden fehlt, sondern die Möglichkeit zur rationellen Ausnutzung des Bodens. In Transjordanien ist Boden in Fülle vorhanden, trotzdem ist die Lage des Fellachen nicht besser, sondern eher schlechter als im Westjordanlande. Ich hoffe, daß es uns gelungen ist, die Regierung zu überzeugen, daß Palästina in erster Linie nicht große Ameliorisierungsarbeiten, sondern Kredite braucht, damit es den Landwirten möglich wird, neue bessere Methoden in ihren Wirtschaften anzuwenden. Was die Juden für ihre Kolonisation brauchen, ist die Gründung einer Agrarbank, wie sie von dem Sachverständigen für Kreditwesen C. H. Strickland in seinem Berichte vorgeschlagen wurde. Ich komme zum Schluß. Ich glaube, daß es in keiner Zeit so klar war, was wir in Palästina zu tun haben, als es heute der Fall ist. Wir haben jetzt eine zehnjährige Erfahrung hinter uns, die uns den Weg gezeigt hat, den wir zu gehen haben. Wir können heute in kurzer Zeit das tun, wofür wir früher lange Zeit brauchten. Als nach den Unruhen in Palästina die Frage gestellt wurde, was wir tun sollten, um unsere Lage zu festigen und die Wiederkehr solcher Vorfälle zu verhindern, habe ich den Vorschlag gemacht, daß wir unsere Kolonisation in wenigen Jahren verdoppeln müssen. Ich glaube bis jetzt, daß dieser Vorschlag die Forderung der Stunde und daß er im Bereich der Möglichkeit ist. Wir haben heute etwa 5000 jüdische Siedler. Lassen Sie uns aus den 5000 Siedlern 10.000 machen. Boden und geeignete Menschen sind vorhanden. Das bedeutet nicht bloß eine Vermehrung um 5000 Familien, sondern Schaffung von Existenzmöglichkeiten für 15.000 Familien, da erfahrungsgemäß mit jeder landwirtschaftlichen Familie zwei Familien in anderen Berufen Existenz finden. Dadurch wird in kürzester Zeit erreicht werden, daß wir nicht bloß 18 Prozent, d. i. etwas mehr als ein Sechstel, sondern 25 Prozent, d. i. ein Viertel der Gesamtbevölkerung Palästinas bilden. Mein Vorschlag erfordert nicht gewaltige Mittel. Wir haben gelernt, billiger zu kolonisieren. Die Baukosten und andere Anschaffungskosten sind gesunken. Wir können heute, wenn es sich um Arbeiter handelt, die während einer Reihe von Jahren von Lohn-Arbeit leben, eine Familie mit Hilfe eines Kredits von 400 bis 450 Pfund kolonisieren, wenn der Boden vom Nationalfonds beigestellt wird. Aus einer Broschüre, die auf gründlichen Beratungen und Berechnungen von palästinensischen Sachverständigen beruht, können Sie ersehen, daß Familien aus dem Mittelstande, wenn sie selbst über 400 Pfund verfügen, mit einem Kredit von weiteren 450 Pfund sich in Palästina von der Landwirtschaft, insbesondere von Orangenpflanzungen ernähren können. Hier liegen große Möglichkeiten vor, in kurzer Zeit unsere Position in Palästina so zu verstärken, wie niemals vorher. Aber es bestehen auch für die Privatinitiative und für größere Gesellschaften auf dem Gebiete des Orangenbaus zurzeit gute Aussichten. Die Palästinaorange hat, wenn die Methoden für den Verkauf und die Verpackung sich wei-