Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 48)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ruppin 45 Unter dieser finanziellen Not haben alle unsere Arbeiten gelitten. Wir haben wichtige Bedürfnisse zurückstellen müssen. "Wir konnten die Konsolidation der Siedlungen nicht zu Ende führen, die Kreditbedürfnisse der Industrie nicht erfüllen und konnten unsere Pflichten den Lehrern und Beamten gegenüber nicht einhalten. Eine gewisse Hilfe kam von den Sammlungen, welche sofort nach den Unruhen des Jahres 1929 veranstaltet wurden, aber dieses Geld (mehr als eine halbe Million Pfund) war zweckgebunden und konnte nur zu einem geringen Teile für die Bedürfnisse des ordentlichen Budgets verwendet werden. Trotz dieser finanziellen Not kann ich doch sagen, daß Palästina in diesen zwei Jahren nicht stillgestanden ist, sondern daß sich eine Stabilisierung der indischen Wirtschaft ganz offensichtlich zeigt. Die Einwanderung der Jahre 1926/27 hat sich im Lande verwurzelt: jeder hat den Platz gefunden, wo er eine bescheidene Existenz sieht. Ich glaube, das Gesamturteil über die wirtschaftliche Situation der Juden in Palästina muß heute erheblich günstiger lauten als zu irgend einer früheren Zeit. Neben dieser Stabilisierung der allgemeinen Lage der 170.000 bis 180.000 palästinensischen Juden können wir auch auf Leistungen zurückblicken, die speziell durch die zionistischen Fonds erfolgt sind. Es ist dem Jüdischen Nationalfonds gelungen, in der Orangenzone eine Reihe wertvoller Ländereien zu erwerben, darunter mit Geldern der kanadischen Zionisten den Boden von Wadi El Chawarith, wo wir für 1700 neue Siedlerfamilien Platz zu schaffen hoffen. Die Palästinaorange hat trotz des allgemeinen Preisrückganges für landwirtschaftliche Produkte ihren Preis auf dem Weltmarkt behauptet, und die Orangenpflanzer haben im letzten Jahre aus ihren Pflanzungen sehr befriedigende Gewinne gezogen. Es wurden neue Packhäuser für Orangen gebaut, die Methoden von Transport und Packung von Orangen verbessert, ein erster Versuch der industriellen Herstellung von Orangensaft durch die Fabrik Assis durchgeführt. Es wurde in größerem Umfange begonnen, Böden, die für Orangenpflanzung nicht brauchbar sind, für die der Orange verwandte Grapefruit nutzbar zu machen. Die palästinensische Grapefruit fängt an, in den Weltmarkt zu dringen und sich ihrer Schwester, der Orange, ebenbürtig an die Seite zu stellen. Die Fortschritte, welche wir in Siedlungen mit gemischter Wirtschaft, insbesondere mit Milchwirtschaft, in den letzten Jahren erzielt haben, gehen vielleicht am besten aus den Summen hervor, die sie aus ihren Produkten erlöst haben. Die Gesellschaft Tenuwa> durch welche die Siedlungen ihre Produkte verkaufen und die unter Leitung von Elieser Joffe einen großen Aufschwung genommen hat, hat im Jahre 1928 für 70.000 Pfd. Produkte unserer Siedlungen verkauft, im Jahre 1929 für 96.000 Pfund, im Jahre 1930 für 139.000 Pfund, und sie erwartet in diesem Jahre eine weitere erhebliche Steigerung. Der Verkauf von Eiern stieg von 886.000 Stück im Jahre 1929 auf 1,650.000 Stück im Jahre 1930, die Milchproduktion von 2% Millionen auf 3,6 Millionen Liter, der Absatz von Bananen auf das Fünffache, der Absatz von Trauben auf das Doppelte. Das Problem unserer Landwirtschaft in Palästina ist nicht mehr wie früher die Steigerung der Produktion — das haben wir in den letzten zehn Jahren gelernt — sondern es ist das Problem, Märkte für die wachsende Produktion unserer Siedlungen zu finden. Auch in diesem Punkte hat sich die Tenuwa als erfolgreicher Pionier erwiesen. Sie hat, um ein Beispiel anzuführen, als Ägypten