Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 44)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weaver 4i In meiner Begrüßung des XVI. Zionistenkongresses erinnerte ich an die persönlichen Bande, die mich seit langen Jahren mit dem Zionismus und seinen Führern verknüpfen, und ich wies nachträglich auf das enge Interesse des Internationalen Arbeitsamtes an der Erfüllung Ihrer Ideale hin. Gleichzeitig drückte ich meine tiefe Überzeugung aus, daß die allgemeine Besserung der Arbeitsbedingungen in Palästina, die zu fördern das Internationale Arbeitsamt mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln bemüht ist, eine Lebensfrage für die Zukunft des Landes ist. Die Ereignisse und Entwicklungen der beiden letzten Jahre haben die Überzeugung verstärkt. Ich glaube, daß das künftige Wohl und Wehe Palästinas in sehr hohem Maße von dem Erfolg oder Mißerfolg des Bestrebens abhängig sein wird, menschliche Arbeitsbedingungen für alle palästinensischen Arbeiter zu schaffen. Die Grundsätze des Teiles XIII des Vertrages von Versailles, auf Grund deren die Internationale Arbeitsorganisation errichtet wurde, haben eine eigenartige, besondere Anwendung auf Palästina. Die Präambel des Arbeitsteiles der Friedensverträge beginnt mit dem Grundsatz, daß „allgemeiner Friede nur geschaffen werden kann, wenn er auf sozialer Gerechtigkeit beruht". Dann wird weiterhin anerkannt, daß „Arbeitsbedingungen existieren, die solche Ungerechtigkeit, Schwierigkeiten und Not für große Menschenmassen mit sich bringen, daß so große Unruhe entsteht, daß der Friede und das Glück der Welt gefährdet werden" und daß „eine Besserung dieser Bedingungen dringend erforderlich sei". Ein dritter in der Präambel niedergelegter Grundsatz ist es, daß „die Unfähigkeit irgend einer Nation, menschliche Arbeitsbedingungen zu schaffen, ein Hindernis für andere Nationen ist, die die Bedingungen in ihren eigenen Ländern bessern wollen". Diese Grundsätze scheinen mir höchst geeignet zu sein, die Politik in Palästina zu bestimmen. Es gilt für Palästina wie für die Welt im allgemeinen, daß Friede nur geschaffen werden kann, wenn er auf sozialer Gerechtigkeit ruht. Es wird immer die Gefahr bestehen, daß Friede und Harmonie in Palästina in Gefahr kommen, solange die Arbeitsbedingungen bestehen, die Ungerechtigkeit, Schwierigkeiten und Not für einen irgend erheblichen Teil der Bevölkerung bedeuten. Schließlich wird die Unfähigkeit, menschliche Arbeitsbedingungen für einen Teil der palästinensischen Bevölkerung zu schaffen, ein Hindernis für die Besserung der Bedingungen anderer Teile bedeuten. Von Anfang an war die Arbeit des Vertreters der Internationalen Arbeitsorganisation in der Ständigen Mandatskommission von diesen Ideen bestimmt. Der Fortschritt ging leider langsam. Aber ich habe mit Genugtuung die Erklärung der Mandatarmacht zur Kenntnis genommen, daß die Revision der Arbeitsgesetzgebung in Palästina bald vorgenommen werden soll. Ich hoffe, daß diese Revision einen bedeutenden Fortschritt mit sich bringen wird. Erhebliche Entwicklungen im Stande der Arbeitsgesetzgebung werden aber unzweifelhaft bedingt sein durch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und insbesondere durch die allgemeine Entwicklung von Arbeiterorganisationen, und in diesem Zusammenhang habe ich mit großem Interesse die Verhandlungen des Kongresses der Gewerkschaft der Eisenbahn-, Post- und Telegraphenarbeiter Palästinas zur Kenntnis genommen, die sowohl jüdische als auch arabische Arbeiter umfaßt. Die neue innere Organisation dieser Gewerkschaft ist, wie ich hoffe und glaube, ein