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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 35

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 35 (sequence 38)
Language
German, English, Hebrew
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Sokolow 35 Juden, es ist das anerkannte Recht des jüdischen Volkes auf einen historischen Kristallisationspunkt mit großen Pflichten und großer Verantwortlichkeit — selbstverständlich „ohne irgendein Präjudiz gegen die nichtjüdischen Gemeinschaften", wie es im Mandat heißt. Groll und Eifersucht bei den Einen und ein furchtbar schlechtes Gedächtnis bei den Anderen haben ein neues Phantom geschaffen: eine Fabel, daß die Araber früher sehr reich und glücklich gewesen sind, nur seien sie infolge unseres jüdischen Nationalheimes verarmt. Dieses Absurdum muß aus dem Kreise der Gedanken verbannt werden. Der Wohlstand und der kulturelle Fortschritt der arabischen Bevölkerung wächst in dem Maße, wie der Kreis unserer Kolonisation sich ausdehnt. Die ganze Bevölkerung profitiert automatisch von unserer Arbeit. Wir haben niemandem auch nur einen Zoll Boden weggenommen; wir haben gekauft und horrende Preise gezahlt. Ist eine Anzahl Menschen da, die hilfsbedürftig sind, so sind wir die Ersten, ihnen brüderlich beizustehen. Wie hat Palästina früher ausgesehen und wie sieht es jetzt aus! Wir haben ins Land gebracht Kapital, Arbeit, wirtschaftliche Initiative, heißes Streben zum Fortschritt, kooperativen Geist, bessere Arbeitsbedingungen, Erweiterung des Wirtschaftskreises, Wissenschaft und Kunst; Hygiene und medizinische Hilfe — •die jedem Menschen geleistet wird — den ganzen Bildungsstoff des modernen Menschen! An diesem Aufschwünge des Landes soll jeder teilnehmen. Diese Idee schlingt über alle Schranken nationaler Abgrenzung hinweg ein Band der Gleichheit und Brüderlichkeit um alles, was Mensch heißt. Das ist das Leitmotiv, das Ethos des Jüdischen Nationalheimes, und deswegen muß es groß und stark werden. Nicht los vom Orient, sondern mit dem ganzen Orient wollen wir vorwärtsschreiten. Das jüdische Nationalheim ist keine exklusive, rücksichtslos egoistische Interessengemeinschaft. Es ist vielmehr der Zusammenschluß jüdischer Energien zu einem eminenten Friedenswerk. Dieses ideale Arbeitszentrum ist auch auf das Geistige, Großzügige eingestellt, den allgemeinen Problemen zugewandt. Eine Parallelität der Interessen muß sich entwickeln. Die Keime künftiger Gemeinschaft mögen so unsichtbar sein, aber sie sind potenziell in der Konsequenz der Entwicklung vorhanden, Die Einheit unseres Volkes soll zur Einheit aus Völkern führen. Das engere Vaterland soll führen zum grenzenlosen Vaterland: zur Menschheit. Das ist der liöhere Zweck des jüdischen Nationalheimes. Wir sind uns unserer Aufgabe bewußt. Unverrückten Blickes werden wir auf dieses Ziel losgehen. Zu diesem Ziele kann nur Arbeit und kulturelle Tätigkeit führen. Nichts wird als deus ex machina kommen. Erez Israel steht im Zeichen der Arbeit. Trotz der furchtbaren wirtschaftlichen Weltkrise und großer Not unserer Fonds schreitet die Entwicklung vorwärts. Allerorten springen die Knospen, überall keimt es und schießt es in die Halme, alle Richtungen suchen Bahnen zu neuen Zielen. Es wird gepflanzt und gebaut, Fortsetzung der Elektrifizierung, Beginn der Arbeit am Toten Meer, Konsolidierungsarbeiten in unserer Kolonisation. Manche neuen, treibenden Kräfte traten in die Erscheinung, manche neue Güter wurden zwar noch nicht errungen, aber als Strebeziele aufgestellt. Die Kolonisierung der tausend Familien ist in Bildung begriffen. Die „Knesseth Israel" hat größere Konzentriertheit und Stabilität gewonnen. Das außerordentlich wichtige Erziehungswesen kämpft mit materieller Not, aber es erhält sich und wird immer 3*

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