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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 31

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 31 (sequence 34)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Sokolow 3* Mißverstand und eine seichte, politisch ungebildete Denkart versuchten in den Protestkundgebungen auch Zeichen einer spezifischen antienglischen Tendenz zu entdecken. Nichts ist oberflächlicher und verkehrter als ein solcher Trugschluß. Haben nicht hervorragende englische Staatsmänner, einflußreiche Parlamentarier, ohne Unterschied der Parteien, gewesene Minister und ausgezeichnete Rechtsgelehrte zusammen mit uns aufs energischeste gegen das uns zugefügte Unrecht protestiert? Haben sich die englischen Freunde und Gönner des Zionismus gescheut, an unserem gerechten Verteidigungskampfe einen regen Anteil zu nehmen? Und wer würde sich unterstehen, deswegen an der Staatstreue und dem Patriotismus dieser Männer zu zweifeln? Und sind nicht junge englische Studenten in den schweren Stunden der Exzesse in Jerusalem unter Lebensgefahr in die Bresche gesprungen, um uns Hilfe zu leisten? Ein großer englischer Schriftsteller, Charles Dickens, nennt die Juden „das dankbarste Volk auf Erden", und ein weltberühmter englischer Jude, Sir Moses Montefiore, der einer der Herolde des zionistischen Gedankens war, hatte in seinem Wappen den Wahlspruch: „Think and thank". Ja, wir sind ein dankbares Volk und zollen jedem Volke den Tribut der Anerkennung, wenn wir das Gefühl haben, daß es Anerkennung verdient. Aber wir sind keine Schutzjuden aus dem Ghetto, die gezwungen waren, ihre wirklichen Gefühle zu unterdrücken und in ohnmächtiger Unterwerfung und Ratlosigkeit eine falsche Loyalität zu heucheln. Das erwartet das große Volk der Briten von uns nicht! "Wir sind seinerzeit vor die Friedenskonferenz getreten und haben das jüdische Nationalheim und das Mandat für Großbritannien im Namen unseres Volkes respektvoll und ehrerbietig verlangt. Daran halten wir unerschütterlich fest! Aber wo und wann immer uns Unrecht widerfährt, beschweren wir uns, bemühen wir uns mit allen Mitteln der Argumentation, von Mann zu Mann oder in der großen Öffentlichkeit, im Parlament oder in der Presse, zu belehren, aufzuklären, Vorurteile zu zerstreuen, falsche Ansichten zu widerlegen. Das ist kein blumenbestreuter Weg, aber es ist der einzige. Das war die Arbeit der letzten zwei Jahre, mit Seelenkämpfen, Schmerzen und Enttäuschungen verbunden. Eine Sisyphus-Arbeit! Nun zur Arbeit von außen: „Am Anfang war das Wort". Sowohl die Mandatsregierung wie der Völkerbund haben, von Gerechtigkeitsgefühl beseelt, die gegen uns gerichteten Exzesse aufs schärfste verurteilt. Außerdem wurde das Festhalten am Mandat sowohl bei dieser feierlichen Gelegenheit, wie auch bei anderen Gelegenheiten mehrfach proklamiert und beteuert. Wir atmeten erleichtert auf. In jedem Judenherzen fanden die Worte der Botschaft ihren Widerhall. Dann kam die Tat. Kommissionen, Untersuchungskommissionen. Dem Anscheine nach eine einfache Maßnahme. Exzesse hatten stattgefunden; man wollte also genau untersuchen, was geschehen ist — was ist natürlicher? So war es auch ursprünglich gemeint. Trotzdem kam der Stein ins Rollen. Selbstverständlich liegt uns der Gedanke fern, die absolute Ehrenhaftigkeit der Herren Kommissäre oder ihre Kompetenz für Spezialfragen anzuzweifeln. Auch wir haben für Spezialfragen eigene Experten, deren Sachkenntnis ja nicht auf Beobachtungen aus der Vogelperspektive, sondern auf ununterbrochenen, langjährigen Erfahrungen aufgebaut ist. Unsere Experten haben die Ansichten der Kommissionsexperten widerlegt. Darauf wollen wir hier nicht eingehen. So

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