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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 29

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 29 (sequence 32)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--7837-3483986
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Sokolow 29 Volk betroffen worden. Wo immer das Geld für die Zwecke des Nationalheims aufgebracht wird, ist die Zahl der wirklich reichen Spender eine verschwindend geringe; alles andere ist Tribut des armen jüdischen Volkes. Dieses arme Volk, zerstreut wie es ist von London bis Warschau, von New York bis Melbourne und von Kapstadt bis Rio de Janeiro, spart sich seit mehreren Jahren den Bissen vom Mund, um durch seinen Witwenpfennig seine heimatlos irrenden Söhne im gelobten Lande unter Dach zu bringen. Unser Reichtum ist allein das jüdische Herz. Das jüdische Nationalheim erscheint dem Weltjudentum mit Recht als ein Tempel göttlicher Gerechtigkeit und schweren, ehrlichen, menschlichen Fleißes und Mühens seiner Söhne und seiner Töchter. Ist dieses Nationalheim auf Grund alberner Verdächtigungen angegriffen worden und hatte es infolgedessen gelitten, so sollen die Schäden schleunigst ausgebessert werden: das war der Sinn des Hilfsfonds. Gleichzeitig mit diesem aktiven Hilfswerk setzte die Protestbewegung ein. Das war keine künstlich geschaffene Bewegung. Im Gegenteil: das Ausbleiben dieser Erscheinung wäre künstlich gewesen; ihr Entstehen und ihre Ausbreitung waren naturnotwendig. Keine Macht der Welt könnte diese Bewegung hemmen. Das Herz des jüdischen Volkes war aufs tiefste erschüttert — nicht nur gegen die Greueltaten, sondern auch gegen den Vernichtungsplan, gegen die Intrigue, in der öffentlichen Meinung durch das Trugbild eines Ausbruches der Volksrache eine Kampagne gegen die Juden zu eröffnen. Die Protestbewegung war selbstverständlich nicht gegen das arabische Volk gerichtet. In mehreren Reden wurde wiederholt, was wir schon lange erklärt haben, daß das sicherste Fundament für den Frieden eine Politik sei, die von gegenseitigem Verstehen und gegenseitiger Achtung des jüdischen und des arabischen Volkes getragen wäre. Die allgemeine Ansicht kam zum Ausdruck, daß trotz augenblicklichen Vorurteilen, Engherzigkeit und Unduldsamkeit, Spannungsverhältnissen und antagonistischen Tendenzen das arabische Volk unser natürlicher Bundesgenosse sei und durch die Logik der Verhältnisse werden wird. Wir behaupteten, daß eigentlich Arabismus und Antisemitismus eine contradictio in adiecto seien. Wir vertraten die Meinung, daß wir in wirtschaftlicher Beziehung den Fortschritt und den Wohlstand der Araber nicht weniger als unseren eigenen benötigen. In kultureller Beziehung wiesen wir immer darauf hin, daß wir in ferner, aber klarer Perspektive die große Linie einer semitischen Synthese sehen, der eine bedeutende Mission in der Zivilisation der Menschheit beschieden ist. Wir sagten dies und unbeirrt durch Enttäuschung und Erbitterung sind wir überzeugt, daß all dies einmal kommen wird, kommen muß, wenn wir unser Nationalheim ausbauen. Die Protestbewegung war lediglich gegen das empörende Komplott gerichtet, gegen den Versuch, der größer als die früheren war, die tückischen Methoden einer Pogrompolitik in Palästina einzuführen und das heilige Jerusalem, die Metropole der Religionen, das leuchtende Vorbild der Tugend und die geistige Kraftspenderin der Menschheit, in ein zaristisches Pogromnest umzuwandeln! Der Protest des jüdischen Volkes entwickelte sich zu einem Weltprotest. Nicht im osteuropäischen Ghetto allein wuchs die Empörung zum Orkan. Nicht auf jüdischen Versammlungen allein fielen die Worte der Protestredner wie Keulenschläge. Die ganze zivilisierte Welt hatte sich zornbebend aufgebäumt. Flam-

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