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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 28

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 28 (sequence 31)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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28 i. Kongreß-Sitzung: Eröffnung All das Geschehene zerfällt zunächst in zwei Kategorien: i. wie wir reagiert und 2. wie die äußeren Machtfaktoren reagiert haben. Zur Kategorie i gehören auf unserer Seite als Hauptmomente: a) Die Schaffung eines Hilfsfonds; b) die Protestbewegung und c) Beweisführung über die uns zustehenden Rechte. Zur Kategorie 2 hingegen sind auf Seiten der äußeren Machtfaktoren folgende wesentliche Momente zu verzeichnen: a) Schutzmaßregeln der Mandatsregierung; b) Erklärungen der Mandatsregierung und des Völkerbundes und c) Untersuchungskommission und deren Projekte. Überblicken wir nach diesen Gesichtspunkten das, was geschehen, und die hieraus sich ergebende neueste zionistische Problematik. Jedermann weiß, daß ähnliche Ereignisse und Probleme auch in früheren Perioden zu finden sind. Aber wir wollen den Überblick nicht durch retrospektive Analogien verwirren. Die Situation der letzten zwei Jahre soll im Lichte der Aktualität und des spezifischen Charakters dieses Zeitraumes an der Hand der neuen Tatsachen und Stimmungen betrachtet werden. Wir wollen also der Reihe nach das auf allen Seiten Geschaffene untersuchen. Die Schaffung eines Hilfsfonds war, richtig verstanden, der spontane Ausdruck jenes absolut subjektiven, fast mystischen Verhältnisses eines jeden Juden zu Erez Israel, das die eigentliche Grundlage eines allgemein jüdischen Zionismus bildet. Jeder Jude fühlte, daß er vor seiner eigenen Schicksalsfrage stand. Ist doch das jüdische Nationalheim das Werk, die Großtat jüdischer Solidarität! Hat es doch für jeden Juden eine mehr noch psychologisch-ideale als politischreale Bedeutung: die Erweiterung der eigenen Persönlichkeit, eine Einheit, in der man das eigene Blut kreisen fühlt, das jüdische Selbst. Das ist nicht allein eine Frage von lokaler Bedeutung für den Jischuw in Erez Israel, sondern eine Lebensfrage für die Diaspora der Welt. Soll der jüdische Stamm nicht verdorren und verkümmern, so müssen seine Wurzeln sicher gebettet sein in der alten Heimaterde, aus der die Brunnen seiner idealen Kraft durch die Jahrtausende der Traditionen rauschen. Nicht einer versunkenen großen Vergangenheit, sondern einer für sich selbst oder für seine Nächsten blühenden Zukunft in Erez Israel blickt jeder empfindende Jude fest entgegen. Das Symbol und die Weihe unserer Zusammengehörigkeit, die Wiege unseres Stammes, den Boden unserer Geschichte, unsern Stolz und unsere Hoffnung: das jüdische Nationalheim, in dem jeder Baustein mit Schweiß und Tränen und Blut unseres Volkes festgekittet ist, angreifen — heißt es nicht, uns ins Herz treffen wollen? Hierauf war der Hilfsfonds eine des jüdischen Volkes würdige Antwort. Wohl reichten die aufgebrachten Geldmittel kaum, um auch nur einen Teil der Schäden zu ersetzen. Aber wenn man die Finanzmisere der letzten Jahre in Betracht zieht, war doch das Ereignis ein bedeutendes. Das war eine schwere Anstrengung und ein großes Opfer. Denn die Legende vom Reichtum des jüdischen Volkes ist eine Lüge, erfunden, um Neid zu erwecken. In Wirklichkeit sind wir ein armes Volk. Uns stehen keine Geldmittel im reichen Maße zur Verfügung. Schon vor dem Kriege waren wir in unserer übergroßen Mehrheit blutarm. Der Krieg hat auch die Mehrheit der dünn gesäten wohlhabenden Kreise der Mittelklasse ruiniert, und von der Weltkrise sind wir schwerer als irgend ein anderes

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