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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 645

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 645 (sequence 783)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7795-3483943
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Marshall, Weizmann, Sokolow, Friedmann, Grusenberg 645 Der Reihe nach unterzeichnen dann die Vertreter von Bulgarien (Eli Sidi), Tschechoslowakei (D. Josef Popper), Estland (A. J. Aisenstadt), Frankreich (Robert Bollack), Deutschland (Oskar Wassermann), Grossbritannien (O. E. D'Avigdor-Goldsmid), Griechenland (L. Recanati), Ungarn (Dr. I. Friedmann), Lettland (O. Grusenberg), Litauen (Dr. Gregory Wolf), Palästina (Josef Mejuchas), Polen (Dr. L. Ader und Dr. S. Goldflam), Rumänien (E. Berkovici), Schweiz (J. Dreyfus- Brodsky), Vereinigte Staaten (Marshall, Warburg und Dr. Frankel)» Jugoslawien (Dr. I. Alcalay). Dr. I. Friedmann (Ungarn — spricht deutsch): Als Bürger der freien ungarischen Nation und als Sohn des jüdischen Volkes begrüsse ich die Vollendung dieses Werkes mit ganzer jüdischer Seele. Ich erblicke darin die Entstehung einer neuen grossen Organisation. In Hinkunft, so hoffen wir, soll Erez Israel nicht nur durch die Munifizenz des Keren Hajessod gedeihen, sondern auch durch die Vertragstreue der Mandatarmacht. Dafür werden die Nachkommen von Herzl und Nordau sorgen. Senator O. Grusenberg (Lettland — spricht jüdisch): Unsere Einigkeit ist nicht wie ein Märchen durch den Wink eines Zauberstabes gekommen. Nein, die Idee ist langsam gewachsen und gediehen als ein dem Auge oft unvermerkbarer Prozess. Unnötigerweise befürchten manche unserer Freunde aus dem zionistischen Lager, dass die Jewish Agency den Untergang des Zionismus herbeiführen wird. Es ist nicht so. Ueberprüfen Sie Ihren schweren, aber historisch denkwürdigen Weg. Vor 32 Jahren, da der Zionismus begann, hat ein Rabbiner in der Stadt, wo der I. Kongress stattfinden sollte, gegen die Abhaltung dieses Kongresses protestiert. Jetzt, nach 32 Jahren, hat uns das deutsche Judentum sieben seiner besten Söhne als Vertreter gegeben. In diesem grossen Saale sitzen sehr viele junge Menschen und noch weit mehr junge Menschen bauen an den Strassen Erez Israels. Wenn Sie hier etwas bauen werden, dann müssen Sie sich an jene jungen Arbeiter erinnern, die alles hergegeben haben und auf viele Genüsse des Lebens verzichten mussten. Das ganze Leben haben sie hingegeben. Dr. Weizmann musste für seine zionistische Arbeit „betteln". So kann, so wird es nicht mehr sein. Eine Nation kann nicht mit Betteln geschaffen werden. Es ist die Zeit für eine nationale Steuer gekommen, die man zahlen muss, wie man dem Staate Steuern zahlt. Im Judentum gibt es sehr viel „praktische** Leute, die wissen, wie viel das Land kostet, wie viel die Maschinen und wie viel ein Mensch wert ist. Sie glauben, dass Enthusiasmus das Unbedeutendste ist. Der Enthusiasmus ist eine grosse Sache, eine schaffende Kraft. Um einen Sieg zu erreichen, muss man immer höher und höher streben. Streben wir höher und höher!

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