Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 643 (sequence 781)
- Language
- German, English, Hebrew
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Marshall, Locker, Weizmann 643 Berl Locker (Erez Israel, Zionist — spricht deutsch): Ich möchte folgendes fragen: Im Artikel 3, Absatz 2, der Konstitution heisst es im deutschen Text: „Für alle Arbeiten und Unternehmungen, die von der Agency ausgeführt oder unterstützt werden, hat •der Grundsatz der jüdischen Arbeit zu gelten/* Wie mir scheint, heisst es im englischen Text etwas anders. Ich nöchte nun fragen, ob die beiden Texte als gleichberechtigt angesehen werden. Vorsitzender Marshall: Es wurde festgestellt, dass auch der englische Text dasselbe meint. Wir haben die jüdische Arbeit zum Prinzip erhoben. Ich frage nun den Council, ob wir die Konstitution Artikel für Artikel durchnehmen sollen, oder ob wir sie in ihrer Gesamtheit zur Abstimmung bringen können. (Zurufe: En bloc abstimmen! Zwischenruf: Heisst das, dass wir die Konstitution auf Treu und Glauben annehmen sollen?) Ja, wir müssen sie auf Treu und Glauben annehmen. (Die Konstitution wird einstimmig angenommen.) Die Jewish Agency ist nunmehr ins Leben getreten, sobald der Vertrag unterzeichnet ist. Dr. Chaim Weizmann ist als erster Präsident der Jewish Agency gewählt. Die Exekutive ist noch nicht gewählt, und daher wird die alte Exekutive weiter fungieren, bis die neue Exekutive gewählt ist. Präsident Dr. Weizmann: Ich habe Ihnen einen Vorschlag zu machen. Sie haben eben die Verfassung angenommen. Es ist kein Geheimnis, dass an dieser Verfassung zusammen mit den andern ein Mann gearbeitet und sich jahrelang Mühe gegeben hat, die Verfassung in die Form zu bringen, in welcher sie endlich annehmbar geworden ist. Es ist Leonard Stein. Ich schlage deshalb vor, dass Leonard Stein, der gewesene politische Sekretär der zionistischen Exekutive in London, zum Ehren-Counsel (Ehrenanwalt) der Jewish Agency gewählt werde. (Angenommen.) Ich habe noch eine angenehme Pflicht zu erfüllen. Der erste, mit dem ich die Ehre und die Freude hatte, über diesen Akt zu verhandeln, war der Mann, der diesem Council mit Würde, mit Fairness und mit grosser Fähigkeit präsidiert hat. Seit mehreren Jahren haben wir in Amerika und ausserhalb Amerikas mit Herrn Marshall verhandelt und wir haben immer bei ihm Verständnis und Entgegenkommen gefunden, so dass wir heute uns bewegt fühlen, ihm unseren herzlichsten Dank auszusprechen (Beifall) und ihm zu wünschen, dass ihm noch sehr viele Jahre vergönnt bleiben mögen, die Früchte der gemeinsamen Arbeit zu erleben und zu sehen und sich mit ihnen zu freuen. Die zionistische Exekutive erlaubt sich, Herrn Marshall ein Bilderalbum von Palästina zu überreichen zum Andenken an den heutigen Tag. Ich hoffe, dass Herr