Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 624 (sequence 762)
- Language
- German, English, Hebrew
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624 3. COUNCIL-SITZUNG: Generaldebatte sind polnische Juden, die Juden in Deutschland sind deutsche Juden, aber wir in Amerika haben ausser den amerikanischen Juden Juden aus allen Teilen der Welt. Wenn es mir als Juristen gestattet ist, noch ein Wort über den Vertrag, den wir abschliessen, zu sagen, so hätte ich gern noch eingefügt, dass Zeit ein wesentliches Moment dieser Vereinbarung ist. Für uns Juden in Amerika ist die Zeit sehr wichtig. Wir wollen, dass Palästina rasch und in unseren Tagen erbaut werde. Aber genug Theorien, genug Diskussionen. Gehen wir gemeinsam an die Arbeit und möge dies von nun an unsere Losung sein. Hermann Struck (Erez Israel, Zionist — beginnt hebräisch, deutsch fortfahrend): Nachdem ich von Herrn Warburg gehört habe, dass in seinem Hause schon eifrig hebräisch getrieben wird, habe ich die sichere Hoffnung, auf unserer nächsten Tagung, in dieser Sprache zu Ihnen sprechen zu dürfen. Ich wende mich an Sie als ein Vertreter des Misrachi, der traditionstreuen Richtung im Zionismus, die von Anfang an aus ganzem Herzen für die Erweiterung der Jewish Agency eingetreten ist. Freilich wollten wir einen Weg wählen, der die breitesten Massen erfassen sollte und schlugen deshalb die Einberufung eines jüdischen Weltkongresses für Erez Israel vor. Trotzdem diese Anregung noch nicht ausgeführt werden konnte, haben wir loyal mitgearbeitet, und diese Tagung beweist, dass wir ein grosses Stück vorwärts gekommen sind. Allerdings sehen wir in dieser grossartigen und glänzenden Versammlung noch manche Lücken, und es gibt noch Organisationen, die sich der Jewish Agency noch nicht angeschlossen haben, darunter solche die uns so stark bekämpfen, dass wir eigentlich gerade daraus entnehmen könnten, wie nahe sie uns stehen. Im Namen meiner engeren Gesinnungsgenossen spreche ich hier die Bitte und die Hoffnung aus, dass alles geschehe, um den baldigen Beitritt auch dieser Gemeinschaften herbeizuführen. Am Beginn dieser neuen Epoche sei in kurzen Worten einiges Grundsätzliche über unsere Einstellung zum Aufbauwerk gesagt: wir sind nicht ein Volk wie andere Völker. Unser Nationalismus ist nicht der Nationalismus anderer Völker. Uns sind Volle und Land nicht Selbstzweck. Wir glauben, dass unserem Volke von einer höheren Macht bestimmte Ziele gesetzt wurden. Und Volk und Land, der Mensch und der Boden, der Aufbau Erez Israels, die Zurückführung jüdischer Menschen in unser Land, sind uns nur Mittel zur Verwirklichung dieser uns gesetzten ethischen Ziele. Darum haben wir religiösen Zionisten, denen Judentum eine untrennbare Synthese von Religion und Volkstum bedeutet, denen als wesentlichster, ja als einziger Inhalt des Volkstums die unsterbliche jüdische Lehre gilt, unser Schulwerk so aufgebaut, dass ein volljüdisches Geschlecht