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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 622

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 622 (sequence 760)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7772-3483920
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622 3. COUNCIL-SITZUNG: Generaldebatte vor dem Völkerbund und auf den Tribünen der Oeffentlichkeit: wir beanspruchen den freien Boden in Erez Israel für das jüdische Volk. Das jüdische und das arabische Volk muss und kann sich in den Boden Palästinas teilen. Diese Forderung ist aber nur dann moralisch berechtigt, wenn wir den Boden als Gemeineigentum des jüdischen Volkes erlösen wollen, nicht aber wenn wir daran dächten, ihn für Zwecke kapitalistischer Ausbeutung und zur Schaffung grosser Latifundien zu erwerben. Herr Wassermann sprach über die Wichtigkeit der Industrie in Palästina und über die Notwendigkeit, die Bodenspekulation zu verhindern. Wir sind völlig überzeugt davon, dass es in Palästina jede Art von Industrie geben sollte, mit einer einzigen Ausnahme, der Industrie des Bodens, der Bodenspekulation. Die historische Möglichkeit, die politische Möglichkeit, die dem jüdischen Volk gegeben ist, Erez Israel aufzubauen, bedeutet für uns eine historische Verpflichtung. Wenn wir 10—12 000 Immigranten jährlich ins Land bringen, so zahlen wir bloss die Zinsen dieser Schuld, aber keinen einzigen Juden sozusagen auf die Abtragung des Kapitals. Dean 10—12 000 Seelen im Jahre beträgt die natürliche Zunahme der Araber im Lande. Nach der Formel, die Warburg aufgestellt hat, müssen 25—30 Prozent der Siedler der Landwirtschaft zugeführt werden. Wenn wir das annehmen, so bedeutet die jährliche Einwanderung von 30 000 Juden eben die natürliche Forderung und keineswegs einen Luxus. Auf der Basis dieser Zahl wären 2000 Familien jährlich in der Landwirtschaft anzusiedeln. Gerade der Orangenboden gibt die Möglichkeit dazu und zugleich die Sicherheit, Geld zu investieren und wieder zurückzuerhalten. Wenn der Keren Kajemeth von der Agency mit der Aufgabe betraut wird, uns vor der grossen Gefahr zu schützen, den Boden Erez Israels zu verlieren, dann wird auch der Keren Hajessod die Möglichkeit haben, das für Ansiedlungszwecke verwendete Geld zurückzuerhalten. Dann wird auch für viele Tausende von Familien die Basis für eine sichere Existenz in der Landwirtschaft geschaffen sein. (Beifall.) A. J. ShiplacofF (Amerika — spricht englisch): Gestatten Sie, dass ich mich zunächst nicht so sehr als amerikanischer Nichtzionist wie als amerikanischer Nicht-Poaie-Zionist einführe, und ich möchte damit allen Europäern die Sache leichter machen, die vor dem Prozesse der Amerikanisierung, der in Europa so rasch vor sich geht, Angst haben. Ich hatte das Vergnügen, mit der nichtzionistischen Gruppe die Schiffsreise aus Amerika mitzumachen. Ich habe niemals eine Gruppe von ernsteren Menschen gesehen, noch war ich Zeuge eines besseren Geistes, als desjenigen, von dem die Herren beseelt sind, die sich an das Werk machen. Unser Werk ist sehr heikel. Ich weiss nicht woher Dr. Levin seine Statistik hat. Ich möchte ein wenig optimistischer sein, als er es war. Es ist wahr, dass wir bisher vielleicht noch nicht die grossen

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