Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 620 (sequence 758)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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620 3. COUNCIL-SITZUNG: Generaldebatte zurück, die man Geldjuden nennt, weil die Juden, die wirklich nichts als Geld sind, keine Juden sind. Wir gehen bei unserer Arbeit zusammen mit allen Teilen des jüdischen Volkes, weil wir das Bewusstsein und den tiefen Glauben besitzen, dass das, was wir durchführen, keine Phantasie und kein Traum ist, sondern der grossen historischen Not des jüdischen Volkes entstammt. Der Aufbau von Erez Israel und der arbeitenden Gesellschaft Erez Israels geht vor sich, nicht weil diese oder jene Gruppe es gewollt hat, sondern es ist eine historische Notwendigkeit des jüdischen Lebens, des jüdischen Geistes, der jüdischen Zukunft. Dr. Weizmann hat heute über die beiden wichtigsten Dinge gesprochen, über Boden und jüdische Arbeit. Ich muss dies mit zwei Worten ergänzen. Wir sind für nationalen Boden und wir sind für organisierte jüdische Arbeit. (Beifall.) Ich werde nicht auf den ersten Punkt, auf die Frage des nationalen Bodens eingehen. Hierin bin ich vollkommen einverstanden damit, was unser teurer Freund Ussischkin gesagt hat. Nun zur Frage der jüdischen Arbeit. Wir glauben, dass Erez Israel hauptsächlich von den Juden aufgebaut werden wird, die mit ihrer eigenen Arbeit, mit ihren eigenen Fähigkeiten, mit ihrem eigenen Geist und mit ihrem eigenen Leben die Aufbauarbeit in Erez Israel selbst ausführen werden. Wir haben vor uns in Erez Israel eine ungeheuer schwere Arbeit. Wir haben nicht nur ein neues Land zu schaffen. Das Land, in dem wir wirken, befindet sich in keinem leeren Raum. Rings um uns befindet sich eine Wirtschaft, die auf einer viel niedrigeren Stufe steht. Wir stehen vor ungeheuren innerlichen und äusserlichen Schwierigkeiten. In diesem grossen Meer von Armut und Kulturlosigkeit sollen wir ein modernes, ein würdiges, ein menschliches, ein jüdisches Leben schaffen. Das hängt nur von der kollektiven Kraft der Männer und Frauen ab, die in Erez Israel die Arbeit durchführen. Man braucht auch Geld dazu und viel Geld. Wir Sozialisten kennen die ungeheure Bedeutung des Geldes. Wir wissen, dass ohne Geld, ohne Kapital, ja für eine gewisse Zeit ohne Kapitalismus, Erez Israel nicht aufgebaut werden kann. Keiner soll sich aber der Illusion hingeben, dass man mit Geld allein, mit Kapital, ja mit vielen Millionen das grosse Wunder wird erzielen können: nicht nur Palästina, sondern ein jüdisches Palästina, ein Erez Israel, eine jüdische moderne Gesellschaft aufzubauen. Das kann nur geschehen, wenn wir die innerliche Kraft des jüdischen Volkes erwecken und mobilisieren, die gesamten schöpferischen Kräfte der jungen Generation, die im jüdischen Volke stecken. Wenn wir nun alle anerkennen, dass diese Kräfte, die Arbeitskräfte, der entscheidende Faktor beim Aufbau sein sollen, so müssen wir alle einsehen, dass es unsere Aufgabe ist, nicht nur für die Arbeiterschaft, sondern durch die kollektive, organisierte Tätigkeit der Arbeiterschaft selbst günstige Lebensbedingungen für das jüdische arbeitende Volk in Erez Israel zu schaffen. Die Forderung jüdischer organisierter Arbeit steht nicht nur in keinem Gegensatz zu den Bedürf-