Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 619

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 619 (sequence 757)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476286--7769-3483917
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wassermann, Ben Gurion 619 Handel und Touristik gleich wichtig sind. Gleich wichtig mögen sie sein, gleich nahe sind sie uns nicht. Wir können nur von der Landwirtschaft aus aufbauen. Ohne Land haben wir nichts, mit weniger Land, als wir brauchen, zu wenig. Die Landarbeiter haben eine Produktiv- und Konsumationskraft, und nur durch diese Produktiv- und Konsumationskraft können wir die anderen Siedler erhalten. Ich brauche das wohl nicht näher zu begründen. Daher will ich nur den Wunsch aussprechen, dass von allen Seiten und nach allen Kräften der Keren Hajessod und der Keren Kajemeth von uns gefördert werden müssen, über deren Beziehung zueinander irgend eine Norm gefunden werden muss, damit keine Konkurrenz zwischen ihnen entstehe und absolutes Einvernehmen und Einigkeit zwischen ihnen herrsche. Diese müssen die einzigen Fonds der Jewish Agency sein. Anders als durch diese beiden Fonds darf kein Geld für den Aufbau kommen. Und der grösste Teil, der wichtigste, ihrer Tätigkeit ist die Bereitstellung des Landes, seine Nutzbarmachung, seine Urbarmachung und seine Besiedelung. (Beifall.) D. Ben Gurion (Erez Israel, Zionist — spricht jüdisch): Wir jüdischen Arbeiter in Erez Israel und die ganze zionistische Bewegung haben beschlossen, die Erweiterung der Jewish Agency zu unterstützen, und wir haben dafür gestimmt nicht deswegen, weil wir weniger demokratisch wären, sondern weil wir fest glauben, dass der entscheidende Faktor, welcher das Schicksal unserer Bewegung bestimmt, die lebendige, menschliche Kraft ist, die persönlich mit dem Aufbau des Landes verbunden ist. Der Schwerpunkt liegt nicht im Kongresszionismus, sondern im Zionismus der Verwirklichung, der „Selbstverwirklichung", Wir glauben nicht, dass die Garantien für den nationalen Charakter unserer Arbeit in Erez Israel in Formeln, in Prozeduren von Kongressen und Organisationen liegen, sondern tatsächlich in der menschlichen Kraft, die sich in den Dienst der Verwirklichung des Zionismus stellt. Unsere ersten Chaluzim, die „Bilu", die vor 50, und wir jüdischen Arbeiter, die wir vor 25 Jahren nach Erez Israel gekommen sind, sind nicht als Immigranten gekommen, nicht um ein Leben für uns selbst zu schaffen, wir waren von der Mission getragen, von dem historischen Willen des jüdischen Volkes für eine vollständige Renaissance auf wirtschaftlichem, kulturellem und politischem Gebiet, von dem Willen zu einem unabhängigen staatlichen Leben in seinem Lande. Für diesen Zweck arbeiten wir seit dreissig Jahren gemeinsam mit allen andern Zionisten. Unser Endziel ist nicht nur der jüdische Staat in Erez Israel, sondern der jüdische sozialistische Staat in Erez Israel. Wir wissen, dass dies ein langwieriger historischer Prozess ist und dass er nur durch Mitarbeit des ganzen Volkes erfolgreich beendet werden kann. Wir schrecken nicht davor zurück, zusammen mit anderen Juden die Arbeit zu machen, trotzdem wir nicht dasselbe Endziel besitzen. Wir schrecken nicht einmal vor den Juden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.