Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 617 (sequence 755)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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Goldmann, Wassermann 617 Und ein letztes Wort zu dem Gedanken der neuen, rein wirtschaftlich aufgebauten Korporation. Ich bin gewiss kein Sachverständiger für diese Frage als kaufmännische Frage. Aber ich bin — und Sie wissen, dass dies hier kein kaufmännisches Gremium ist, sondern eine politische Tribüne — Sachverständiger dafür, dass, welche Form immer diese Gesellschaft haben soll, sie eingefügt werden muss in den Organismus und dass die letzten wirtschaftlichen Richtlinien hier in unserer Körperschaft bestimmt werden müssen. Der Sinn dieser erweiterten Jewish Agency ist der Sinn der Kooperation aller Gruppen: dass Chaos bei der Arbeit am Aufbauwerk vermieden werde und dass wir alle unsere Wünsche, Tendenzen und Potenzen hineintragen in das Werk; und deswegen kann es nicht angehen, dass neue grosse Korporationen geschaffen werden, die abseits von der Agency ihre Politik und ihre Aktion durchführen. Sie mögen eine Korporation begründen, die auch auf Rentabilität hinarbeitet, aber diese Korporation, wenn sie gelingen wird, wird eine grosse Macht im Aufbauwerke sein und diese Macht muss von diesem Gremium aus gelenkt werden. Der Sinn unserer Zusammenarbeit ist, dass wir alles, was wir haben, unsere Ideen, unsere Mittel, unseren Willen, unsere Energien und unsere individuellen Methoden hineintragen in diese grosse neue Körperschaft, die von heute an über den Aufbau Palästinas bestimmend entscheiden wird. Dir. Oskar Wassermann (Deutschland — spricht deutsch): Erez Israel war fast zweitausend Jahre lang eine theologische Idee, eine Idee für die Gebetstunde. Jetzt ist Erez Israel aus den Wolken herausgetreten, es ist eine Wirklichkeit geworden, man hat uns Erez Israel gegeben. Man hat es uns gegeben ohne die Hauptsache, ohne Erez. (Lebhafter Beifall.) Wollen wir uns nicht mit dem Geiste Israels allein begnügen, dann müssen wir Erez schaffen. Und Herr Ussischkin hat vollstes Recht, wenn er sagt, dass es die Aufgabe der Jewish Agency sei, mit allen ihren Kräften und ihren Mitteln dafür einzutreten, dass Erez Israel das notwendige Land bekommt, das Land seitens der Regierung, aber — das wird nicht genügen — auch das Land, das wir kaufen, uns erwerben müssen. Und hierfür ist es, wenn irgendwo notwendig, reichliche Mittel bereit zu stellen. Nicht eine Schwächung des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth wollen wir, sondern eine Stärkung. Wie das Land zu behandeln ist? Herr Ussischkin hat uns ja da einige Ideen gegeben, einige Ideen wurden auch schon gestern und neuerdings heute von Professor Lipman gegeben, — das lässt sich hier vor dieser Versammlung in kurzen Worten nicht feststellen. Aber darüber werden wir uns einigen: das steht in zweiter Reihe; das erste ist „Naasseh", das zweite erst ist „Wenischma". Meine Damen und Herren, wenn wir durch unsere Gaben das Land erwerben, so ist die Richtlinie für die Bodenpolitik bereits gegeben. Boden-