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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 616

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 616 (sequence 754)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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616 3. COUNCIL-SITZUNG: Generaldebatte die wir heute hier zu unserer Freude versammelt sehen, sondern sie bezogen sich auf die Formen dieses Zusammenschlusses, weil wir glauben, dass der Zusammenschluss getragen sein müsse von einer grossen jüdischen Volksbewegung auf demokratischen Prinzipien. Wir hoffen, dass die Entwicklung auch die anderen Delegationen dieses Council auf diesen Weg führen wird, dass ein Tag kommen wird, wo man nicht mehr von Fitty Fifty spricht, sondern wo die Juden aller Länder ihre Repräsentanten für diese Tribüne und diese grosse Bewegung zum Aufbau von Erez Israel in gleicher demokratischer Form wählen werden. (Beifall.) In ausgezeichneten Reden wurde hier von der Bedeutung des Momentes gesprochen, da das gesamte aktive Israel sich zusammengeschlossen hat unter dem Banner des Palästinagedankens. Aber so hoch wir alle den Gedanken der Kooperation und der Vereinheitlichung der jüdischen Aktivität anschlagen, so ist es notwendig, in diesem entscheidenden historischen Moment doch vor Uebertreibung zu warnen, davor zu warnen, als ob wir in Zukunft nicht mehr unsere Ideen in voller Freiheit jeder für sich vertreten und miteinander durchkämpfen werden. Die Bedeutung dieser Tribüne liegt nicht darin, dass jeder von diesem Programm Abstriche machen soll, sondern dass jeder das Recht und die Pflicht haben soll, für seine Ideen das jüdische Volk, die jüdische Masse, die jüdische Jugend zu begeistern. Wenn hier gestern Herr Wassermann in ausgezeichneten Worten erklärt hat, es solle hier nichts getan werden, was den Enthusiasmus der jüdischen Jugend und der jüdischen Masse verletzen würde, so nehmen wir diese Erklärung in vollem Umfange auf. Dieser Enthusiasmus wird nur erweckt und vertieft werden können, wenn wir alle das Recht haben, unsere Ideologie in voller Radikalität zu vertreten, denn nur diese radikalen Ideen begeistern Jugend und Massen. Und darum erklären wir heute, dass wir auch weiterhin eintreten für den Gedanken der jüdischen nationalen Renaissance in allen Ländern und eines souveränen jüdischen Gemeinwesens in Palästina, für das, was wir den Herzischen Judenstaat nennen und für eine bessere soziale Ordnung in Palästina. Noch zwei kurze Worte zu den Referaten. Das eine ist ein Wort zu der politischen Situation. Gestern hat Lord Melchett und heute Dr. Weizmann darauf hingewiesen, was wir alle, die wir mit den Dingen Palästinas vertraut sind, wissen, wie unbefriedigend die Politik der Administration in Palästina ist. Es darf der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, dass es jetzt, wo zu den konkreten politischen Forderungen der Zionisten noch diejenigen der anderen hinzutreten, die am Palästina-Werk mitarbeiten wollen, gelingen wird, das durchzusetzen, worum wir seit Jahren kämpfen: dass die britische Regierung begreift, dass es nicht genügt, uns die Chance zu geben für die Arbeit in Palästina, sondern dass ihre aktive staatliche Unterstützung notwendig ist, damit ein jüdisches Palästina entsteht.

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