Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 615 (sequence 753)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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Ussischkin, Goldmann 615 gar nicht so viel Boden, und wir können auf die grossen Latifundien der Araber nicht verzichten. Und diese müssen wir kaufen. Aber die Regierung muss den Kauf erleichtern. Und in dieser Hinsicht haben wir uns über manches zu beklagen. Sie kennen alle die Angelegenheit der Beisan- Böden. Es war gerecht, dass die Regierung den Boden jenen Arabern gegeben hat, die auf diesem Boden gesessen sind, aber es war nicht gerecht, dass sie ihnen mehr gegeben hat, als sie brauchen, und dass wir darum nichts bekommen haben. Das Schlimmste aber daran ist, dass die Araber den Boden nicht bearbeitet haben, sondern mit dem Boden spekulieren. Man hat also den Arabern den Boden nicht zur Bearbeitung, sondern zur Spekulation gegeben, und das ist ungerecht. Es gibt noch etwas, das uns in eine sehr schlechte Situation bringt: die Bodenpreise im Lande wachsen täglich, und wenn das Gesetz auch weiterhin so bestimmt, dass der Boden den Latifundienbesitzern für immer bleibt, auch wenn sie ihn nicht ausnützen, sondern damit spekulieren, so besteht die Gefahr, dass wir nie mehr etwas erreichen. Wir erklären: Wir wollen den Boden kaufen, und fragen nicht nach dem Preis, ebenso wie ein Vater, der einen kranken Sohn hat, in der Apotheke nicht nach dem Preise des rettenden Medikaments fragt. Es ist aber Sache der Regierung, dazu zu sehen, dass der Apotheker keinen übermässigen Preis fordert. (Beifall.) Wenn die Regierung darauf achtet, dass dies geschehe, dann ist es möglich, das Land zu erträglichem Preise zu erwerben. Wenn aber die Regierung nichts tut, dann werden wir künstlich in die Höhe getriebene Preise bezahlen müssen. Hier muss die Jewish Agency eingreifen und die nötigen Schritte einleiten, um diese Politik zu ändern. Wir wollen nichts gratis. Als unser Abraham zum ersten Male nach Palästina kam, hat er ein Grab gekauft und hat es mit 400 Schekeln bezahlt. Aber wir wollen, dass uns die Regierung davor schützt, dass man Spekulation treibt, wenn wir unser Haus bauen. (Stürmischer Beifall.) Dr. Nahum Goldmann (Deutschland, Zionist — spricht deutsch): Ich ergreife das Wort, um im Namen einer Gruppe zu sprechen, die als einzige im Zionismus sich bis zum letzten Augenblick der Politik, welche uns hier zusammengeführt hat, entgegengestellt und dann, als diese Politik beschlossene Tatsache war, sich entschlossen hat, in diesen Council zu kommen. Es ist eine Pflicht der Loyalität unserseits, zu erklären, dass wir die Bedenken, die wir gegen diese Politik hatten, nicht von heute auf morgen zurückstellen können, dass wir aber, nachdem wir uns einmal entschlossen haben, hier mitzuarbeiten, mit voller Loyalität und in dem Willen, Vertrauen zu haben und Vertrauen haben zu können, mitarbeiten werden. (Beifall.) Wenn wir Bedenken gegen diesen Weg hatten, so bezogen sie sich nicht auf die Kooperation mit den Gruppen und Persönlichkeiten, 47