Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 613 (sequence 751)
- Language
- German, English, Hebrew
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Blumenfeld, Lipman 613 Er tritt lebhaft dafür ein, dass das Eigentum an Boden dauernd dem Jüdischen Nationalfonds verbleiben soll. Ich bin geneigt, ihm darin zuzustimmen, dass der palästinensische Boden auf die Dauer im Eigentum des Jüdischen Nationalfonds bleiben soll, denn weitblickende Wirtschaftler und Soziologen anerkennen, dass der Boden ein natürliches Produktionsmittel ist und sein Bearbeiter das Recht hat, so lange darauf zu wohnen, als er die Fruchtbarkeit des Landes erhält und es zum Nutzen der Gesamtheit verwendet. Dr. Weizmann und Dr. Frankel sprachen von dem Ausmasse des in Palästina vorhandenen Bodens. Er umfasst bekanntlich rund 25 Millionen Dunam, wovon nach dem jetzigen Stand unserer Kenntnis etwa 10 Prozent bewässerbar sind. In der Küstenebene und im Emek müssen wir zwei Wirtschaftstypen berücksichtigen, nämlich bewässerte und unbewässerte Wirtschaft. Was bewässerte Wirtschaft anbelangt, so müssen wir hauptsächlich an Citrus-Pfianzungen, Orangen, Traubenfrüchte usw. und natürlich an Gemüse denken. Auf dem westeuropäischen Markt werden verschiedene Orangen unter dem Namen Jaffaorangen verkauft. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch in Nordafrika und in den Mittelmeergebieten ausserhalb Palästinas die Citrus-Kultur rasch entwickelt wird und dass die Entwicklung der Küstenebene in Palästina und die Wohlfahrt der jüdischen Kolonien in ernste Gefahr kommen könnte, wenn nicht alles getan wird, um den Ruf der palästinensischen Orange zu schützen. So wird also eine der Aufgaben der Jewish Agency sein, die Bemühungen von Col. Sawer vom Landwirtschaftsdepartement der palästinensischen Regierung zu unterstützen. Ein anderer, sehr wichtiger Punkt betrifft das lebende Inventar. Sowohl die Exekutive als auch die jüdischen Kolonien im Emek verstehen das und haben daher auf diesen Wirtschaftszweig immer grossen Wert gelegt. Die arabische Kuh gibt nur eine unterdurchschnittliche Menge Milch, und man muss alles tun, um die Rinderrasse in Palästina zu verbessern. Ich fürchte, dass ich zu ausführlich bin, möchte aber doch noch einen sehr wichtigen Punkt berühren. In bezug auf den Bodenkauf denkt man immer nur an die Küstenebene im Emek. Aber das Hügelland ist zur Entwicklung von Waldungen von grosser Bedeutung, die bei dem heutigen Aufschwung der auf chemischen Prozessen beruhenden Industrien von grosser Wichtigkeit sind. Das Hügelland sollte Regierungsboden bleiben und aufgeforstet werden. Es könnte der Bevölkerung und insbesondere der jüdischen Bevölkerung sehr langfristig, etwa für 900 oder 999 Jahre verpachtet werden. Bekanntlich besteht in allen zivilisierten Ländern der Welt das Phänomen der Landflucht. In den Vereinigten Staaten beträgt die landwirtschaftliche Bevölkerung 25 Prozent und das genügt. Wenn man Boden