Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 610 (sequence 748)
- Language
- German, English, Hebrew
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610 3. COUNCIL-SITZUNG: Generaldebatte Arbeit das Wort von der nationalen Heimstätte ein leeres Wort ist. Die organisierte jüdische Arbeit verlangen wir darum, weil in einem Lande neuer Kolonisation und fortdauernder Immigration das Fehlen der Arbeiterorganisation zu einem Chaos führen würde. Diejenigen, die den Ereignissen gefolgt sind, wissen, was im Lande in den schweren Jahren der Arbeitslosigkeit und des Hungers vorgegangen wäre, wenn wir nicht eine disziplinierte und geschlossene Arbeiterschaft gehabt hätten. Ich will zu dem Arbeitsprogramm, das wir heute gehört haben, nur zwei Worte sagen. Es ist überflüssig zu betonen, dass wir aus ganzem Herzen Weizmanns Referat mit dem Ausblick auf eine grosszügige Bodenpolitik und Bodenkaufspolitik der Jewish Agency unterstützen, aber ich glaube, er hat doch eine Note nicht betont, die mir wichtig scheint, dass es nämlich in den Grenzen Palästinas, des Palästina, an das wir denken, noch weite Bodenflächen gibt, welche für geschlossene Ansiedlung von Juden in Betracht kommen, wo noch Dorf an Dorf, Siedlung an Siedlung erstehen kann, wenn wir nur die Mittel und die weitausschauende Politik haben werden, um sie uns zu sichern. Ebenso glaube ich nicht erst betonen zu müssen, dass wir mit den Vorschlägen auf Ansiedlung der Arbeiter in der Pflanzungszone, vor allem in der Nachbarschaft der alten Kolonien, einverstanden sind. Aber auch Herrn Dr. Frankel möchte ich sagen, dass wir das, was er hier vorgetragen hat, als den ersten Versuch eines positiven, konstruktiven Planes unserer Mitarbeiter in der Agency begrüssen. Dr. Frankel hat viel von der neuen Finanz-Korporation gesprochen, und auch ich glaube, dass sie, richtig angefasst, trotz der natürlichen Beschränkung ihres Wirkungskreises zu einem wichtigen Instrument werden kann. Aber eines möchte ich aus unserer palästinensischen Erfahrung dazu sagen: sie wird ihre Aufgabe nur dann erfüllen, wenn sie sich eingegliedert hat in den ganzen Arbeits- und Wirtschaftsplan der Jewish Agency, wenn sie ein Teil wird eines grossen systematischen Kolonisationsplanes. Ich verstehe, dass die Dividende unserer Wirtschaftsunternehmungen wichtig ist, als Barometer unseres wirtschaftlichen Erfolges. Aber in unserem Werke kann die Dividende nicht Selbstzweck, nicht erster Zweck sein. Es gibt für unser Werk nur ein Barometer, das unsern ersten und grossen Zweck angibt: in Palästina Bedingungen einer Volkskolonisation zu schaffen, solche Bedingungen, dass eine möglichst grosse Zahl von Juden auf eigener Scholle durch ihrer eigenen Hände Arbeit ihren täglichen Lebensunterhalt findet. (Beifall.) Kurt Blumenfeld (Deutschland, Zionist — spricht deutsch): Wenn wir heute hier zusammen sitzen, so wissen wir, dass wir mehr als zehn Jahre für diesen Augenblick gearbeitet haben. Aber ich glaube nicht, dass es nur ein Verdienst unserer Arbeit ist, dass wir dieses Ziel erreicht haben. In diesen letzten zehn Jahren nach dem Kriege hat sich manches im jüdischen Leben ereignet. Es gibt heute eine von allen